Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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ihn nach Venedig zurückzuführen; er ſetzte ſich in das Fahr⸗ zeug, das ihn ſanft gleitend über den Rücken des Kühlung athmenden Meeres dahintrug.

Geſang der Gondoliere und munterer Ruderſchlag er⸗ tönte ringsumher; ein laues, leiſes Lüftchen ſpielte über die Wellen hin; Fackeln und bunte Lampen glänzten fern und nah' und ſpiegelten ſich in der Flut. Das ſüdliche Nachtleben entfaltete alle ſeine romantiſchen Schwingen und Farben und wiegte den Sinnenden in immer ſüßere Träume und Hoffnungen ein.

Drittes Capitel.

Die Morgenröthe dämmerte kaum am Rande des Mee⸗ res, als Ludovico nach einem kurzen unruhigen Schlum⸗ mer voll ſeliger Träume durch die ſtillen, dunklen Gaſſen Venedigs ſchritt, um ſich nach dem weſtlichen Ende der Stadt zu begeben, wo ein Gondolier wohnte, bei dem man die Ueberfahrt nach den Ufern der Brenta um ein Billii⸗ ges haben konnte, weil er die Marktleute hin⸗ und her⸗ wärts überzuſetzen pflegte, die ihm nur einen ganz gerin⸗ gen Fährlohn bieten konnten. Solche Vortheile mußte Lu⸗ dovico aufſuchen, da er nichts hatte als ſeinen ſpärlichen Sold und es nicht verſtand, wie ſeine Kameraden, im Kriege Beute zu machen. Und zumal jetzt befand er ℳũ in faſt drückender Lage, da die weite Reiſe und der wand, den er, des nothwendigen Anſtandes halb Venedig mit ſeiner Kleidung machen mußte, ſeine