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doch ſchlich ſich ein unerklärbares Ahnen und Fürchten in ſein Herz, als er das reizende Weſen ſo ſprechen hörte. Die reine Flamme, die ſich in ſeiner Bruſt an ihrer Schönheit entzündet hatte, loderte plötzlich verdunkelt, als habe eine feindſelige Macht giftige Stoffe hineingeworfen.— Beide ſchwiegen einige Augenblicke. Da rauſchten die Ge⸗ büſche; Lucie, denn ſie war die Begleiterin Roſaurens, kehrte zurück.
„Morgen!“ ſprach Roſaura leiſe.„Morgen will ich Dir mein ganzes Innere voll Schmerz und Schuld enthül⸗ len. Nur laß mich heute, es hat mich zu tief erſchüttert! Willſt Du morgen?“
Ludovico drückte ſie ſtatt der Antwort ſtumm an ſein Herz.„Nur wenige Stunden will ich ja,“ ſprach ſie beru⸗ higter, aber doch noch mit dem Tone fürchtenden Bittens— „bis ich ſelbſt begriffen, was mit mir geſchehen iſt, bis ich weiß, was ich Dir bekennen muß, wenn Du mich lieben könnteſt!“ ſetzte ſie mit bebender Stimme hinzu.„Komm mit der Morgenröthe, wenn Alles ſtill iſt, nach der klei⸗ nen Villa an der Brenta, neben Foscari's Gärten— dort im kühlen Schatten der Ulmen und Reben— dort——, hier verſagten ihr die Worte und ſie ſchied mit einem ſtum⸗ men Gruße.
Ludovico ſtand gefeſſelt, träumend, bebend vor Wonne und Ahnung. Er blickte ihr nach, er wollte ihr folgen, er zögerte— endlich verſchwand ihr weißer Schleier in den Gebüſchen des Gartens. Da war es ihm, als müſſe er ſie noch einmal ſehen; er eilte ihr nach, doch ſie war ver⸗ ſchwunden in den irren Gewinden der dunkeln Pfade. Auf verſchlungenen Wegen gerieth er nach langem Suchen an den Fluß, wo noch viele Gondeln lagen und der Gäſte harrten. Bald fand er einen Gondolier, der ſich erbot,
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