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Antlitz mit beiden Händen und rief:„O Gott, o Himmel, was ſoll aus mir werden!“
Ludovico umſchlang die ſüße Geſtalt auf's neue.„Mein ſollſt Du ſein, mein mußt Du ſein! Wer biſt Du, Lieb⸗ liche, mit welchem Namen nenne ich Dich?“
„So kennt Ihr mich nicht?“ ſprach ſie und ſtand mit geſenktem Haupte vor ihm.—„O, laßt mich ungekannt bleiben!“ rief ſie ſchmerzlich aus und verhüllte ſich in ihren Schleier.
„Nimmermehr, Du Holde, Unwiderſtehliche!— Hier lege ich die Hand an mein Schwert und betheure Dir, nicht von Deiner Seite zu weichen, bis Du Dich mir ge⸗ nannt haſt!“
„Roſaura— nennen mich die Einwohner Venedigs—“ hauchte ſie mit verzagender Stimme, gleich als ſpräche ſie ihr eigenes Todesurtheil.
„Roſaura— und— und weiter, ſchöne Roſaura?“
Sie ſchwieg; ein heftiger Kampf war in ihren Zügen zu leſen, große Thränen traten ihr ins Auge.„Roſaura,“ wiederholte ſie.—„Ihr kennt dieſen Namen nicht? Und ſeid doch ſchon fünf Tage in Venedig?— Ach, ſo ſoll ich Euch nicht nur ſagen, wer, ſondern auch was ich bin?— Wiſſet, keine edle Venetianerin reicht Euch mehr die Hand zum Tanze, wenn Ihr Roſaurens Freund ſein wollt!“
„Was kümmern mich alle die ſtolzen Thörinnen Vene⸗ digs!“ rief Ludovico unwillig.„Du, die köſtlichſte Perle dieſer Flut, ſollſt auch die Einzige ſein.“
„Verſprich nichts, bevor Du mich nicht kennſt!“ ſprach Roſaura und wandte den Blick zu Boden.—„Du ſollſt mich kennen lernen— ich will mich Dir ganz und wahr⸗ haft zeigen und Du wirſt milde ſein. Willſt Du?“
„Wer könnte Dir hart begegnen?“ ſprach Ludovico ſanft;


