Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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vico, denn eine ſchwarze Larve bedeckte die obere Hälfte des Angeſichts.

Wie? rief Ludovico aus,Ihr wolltet grauſam meiner ſpotten? Um Enthüllung flehte ich Euch und Euer Ent⸗ hüllen iſt nur ein tieferes Verſchleiern.

Fürchtet Ihr denn nicht, ſprach die Unbekannte lächelnd und halb ſcherzend,daß Ihr Eure Hoffnungen getäuſcht findet? Wer kann ſo viel Neiz beſitzen, wie die ge⸗ ſpannte Einbildungskraft ſich zu malen weiß! Laßt mir die Larve!

Ludovico war im Anſchauen der lieblichen Formen des Kinnes und des reizenden Spiels der Lippen verloren, das durch die ſchwarze Larve und das ſilberne, zauberiſche Halb⸗ licht des Mondes noch gehoben wurde. Es ergriff ihn eine unbegreifliche Sehnſucht, die Züge des ganzen Angeſichts zu erblicken. Mit einer Kühnheit, über die er ſelbſt er⸗ ſtaunte, löſte er das Band, welches die Larve feſthielt. Die Schöne wehrte ihm zwar, indem ſie ſeine Hand mit ihren beiden ergriff; doch nur ſanft, nicht heftig, wies ſie ihn zurück und ſprach bittend:O, laßt es! Ich zittre wahrlich davor! Laßt es und das Lächeln ihrer Lippen war verſchwunden und verwandelte ſich in ein leiſes Be⸗ ben. Ludovico bat dringender.Nein, nein, flehte ſie. Er drückte einen brennenden Kuß auf ihre Pur⸗ purlippen und rief:Ich erſticke dieſes Nein, bis ein Ja daraus wird.

Seine ⸗Hand hatte das Band gelöſt, die Larve fiel, ein Antlitz voll der ſüßeſten Reize wurde ſichtbar, aber ſank ſchnell, verſchämt, auf Ludovico's Schulter hinab. Er drückte die Zitternde feſt an ſich und ſeine Lippen glühten auf ihrer Stirn.

Plötzlich riß ſie ſich los, wandte ſich ab, bedeckte das