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nicht los und ſprach:„Fürchte mi chts, ſchöne Unbekannte; allein eine Prophezeiung ſag
,ich ſolle hier ein Kleinod finden und dieſe Stunde werde prüfen. Beides ſcheint ſich jetzo zu erfüllen und ei
koler wäre Der, welcher olcher 8 Orakel ſpotten wollte.“
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he, ich begreife Euch nicht,“ ſprach die Dame;„laßt meifle Hand los und, ich bitte Euch, ſteht auf! Wenn uns Femand überraſchte!“
Der Ton dieſer Worte verrieth die Bewegung der Spre⸗ chenden. Ludovico ſtand auf, ließ aber ihre Hand nicht. „Sagt mir erſt, ſchöne Donna, ob Euch die Zigeunerin ähn⸗ lich prophezeit hat wie mir!“.
„Ich weiß von keiner Zigeunerin,“ erwiderte ſie, doch ihre Stimme bebte und auch ihre Hand fühlte Ludovico in der ſeinigen zittern. Die Stille des Orts, das Seltſame des Abenteuers, die reizende Geſtalt der Verſchleierten und vor Allem der ſüße Ton ihrer Worte webten ein mächtiges Bündniß von Empfindungen, wodurch alle Ahnungen und wunderbaren Geheimniſſe der Liebe plötzlich in Ludovico's Bruſt geweckt wurden. Er preßte die ſchöne Hand, die in der ſeinigen ruhte, feurig an ſeine Lippen.
„Mögen wunderbare Künſte und Prophezeiungen, oder mag der wunderbare Zufall uns hier zuſammengeführt ha⸗ ben,“ rief er aus,„ich fühle, daß eine höhere Beſtimmung darin waltet. Darf ich den Schleier, der mir die Lippe verbirgt, von der ein ſo ſüßer Klang in mein Herz gedrun⸗ gen iſt, nicht heben?“
Stumm ſchlug die Fremde den Schleier zurück und wandte ſich gegen den freundlich ſtrahlenden Mond. Doch nur ein halb ſchmerzliches Lächeln roſiger Lippen und den Glanz zweier ſchwermüthig dunklen Augen gewahrte Ludo⸗


