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Hand blickte, war jene verſchwunden und dieſe leer. Er war betroffen; eine röthliche Stelle in der Handfläche zeigte ihm, daß ihm zwar wirklich etwas hineingedrückt worden, aber nicht gelaſſen war. Mit Erſtaunen aber erblickte er, daß ſein eigner Siegelring ihm fehle. Er ſah ſich rings nach der Zigeunerin um— vergebens; er drängte ſich durch die Masken— eben ſo vergeblich. An der großen Cypreſſe, die am entlegenſten Theile des Gartens ſtand, hatte er zu⸗ vor, deſſen erinnerte er ſich ganz deutlich, in Gedanken verſunken, mit dem Ringe geſpielt. Die Worte der Wahr⸗ ſagerin:„Sucht nur dort, was ihr verloren,“ fielen ihm jetzt wieder ein. Er eilte dahin; es war Niemand zu ſehen, ſein Ning nicht zu finden.„Seltſam!“ rief er unwillkürlich aus; ſollteſt Du wirklich hier ein Abenteuer erleben?— „Um Mitternacht!“ hauchte eine Stimme neben ihm. Er ſah ſich um; die dunklen Taxusgebüſche rauſchten, ein weißes Gewand ſchimmerte durch das Laub und verſchwand im Dunkel der Nacht. Ludovico eilte nach, doch alle Bemü⸗ hung, die räthſelhafte Schöne zu finden, war umſonſt. Der Garten hatte ſo verſchlungene dunkle Irrgänge, daß man nur wenige Schritte vor ſich ſehen und durchaus nicht er⸗ rathen konnte, welchen der ſich kreuzenden Pfade ein flüch⸗ tiger Fuß genommen hatte.
„Wunderliches Abenteuer!“ ſprach Ludovico für ſich und blieb ſinnend ſtehen.—„Je nun, vielleicht löſt die Mit⸗ ternachtsſtunde Dir das Räthſel!— Du mußt Dich bis dahin gedulden!“— Um ſich zu zerſtreuen, begab er ſich jetzt mitten in das Gewühl der Masken, entſchloſſen, Alles aufzubieten, um die geheimnißvolle Zigeunerin wieder auf⸗ zufinden. Allein wie er auch aus einem erhellten Laub⸗ gange in den andern ſchweifte, wie er die Tanzſäle und den Garten rings durchſpähete, er entdeckte die Verſchwun⸗


