Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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faſt Niemand in ſeiner gewöhnlichen Tracht erſchien, ſon⸗ dern Jeder wenigſtens auf kurze Zeit eine Maske wählte, um irgend einen Scherz auszuführen oder ein artiges Aben⸗ teuer anzuknüpfen.

Ludovico Terno, der tapfere junge Krieger, den der Befehlshaber der Flotte, Marcheſe Dandolo, mit der Sie⸗ gesbotſchaft nach Venedig geſchickt hatte, um ihn dadurch für ſeine eigene Tapferkeit in der Schlacht zu ehren und ihn der Quelle der Belohnung näher zu führen, Ludovico war von dem Dogen zu dem Feſte geladen worden.

Ludovico hatte indeſſen die Ehre nicht eben mit großer Freude angenommen; denn erſtlich war ihm das Gewühl glänzender Feſte an ſich zuwider und zweitens fühlte ſich der Jüngling, der weder Ahnen noch Gold beſaß, ſondern als ein früh verwaiſter und in die Welt verſtoß'ner Knabe, was er war, allein ſeinem wackern Schwerte zu danken hatte, unter den ſtolzen reichen Nobili von Venedig nicht frei und wohl. Mancher misgönnte ihm auch wol die Auszeichnung, die er ſo jung erfahren hatte, und ließ es ihn fühlen, zumal da er nicht einmal ein Citadino oder Bürger von Venedig, ja ſogar nicht in der Stadt ſelbſt geboren, ſondern der Sohn einer armen Gärtnersfrau zu Campo⸗alto, mithin von der geringgeſchätzteſten Herkunft war. Mismuthig und ſtumm ging er daher zwiſchen den glänzenden Masken auf und ab und ſuchte, ſo oft es möglich war, dem Gedränge zu entkommen, um einen ein⸗ ſamen Platz im Garten zu wählen. Junge Paare, die ebenfalls gern die ſtilleren Lauben aufſuchten, verſcheuchten ihn jedoch oft wieder von einem ſolchen Zufluchtsorte und er mußte dann wider Willen unter das Drängen und Trei⸗ ben der Masken zurückkehren, das ihm um ſo verdrießlicher war, als er elbſt keine Larve trug und daher oft ſeinen

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