Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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wollte nichts bemerkt haben, grüßte mit ritterlicher Feinheit, aber frei und ungezwungen, und nahm eben ſo den Platz an ihrer Seite ein, als ſei er dazu berechtigt. So verlo⸗ ren ſie ſich im Gedränge des Molo.

Zweites Capitel.

Das Feſt, welches der Doge Andrea Cornaro allen Edlen Venedigs zur Feier des Sieges gab, verſprach eins der glänzendſten zu werden, die man ſeit langer Zeit erlebt hatte. Die weitläufigen Gärten, welche die Villa Cornaro umgaben, waren zauberiſch beleuchtet. Blumenkränze zo⸗ gen ſich von Baum zu Baum; Muſik erſcholl aus den Tanzſälen und den Gebüſchen. Bereits waren die La⸗ gunen mit unzähligen geſchmückten Gondeln bedeckt, die ihren Weg nach der Villa nahmen, den Fluß hinaufruder⸗ ten und dann an den Gärten Cornaro's anlegten, um die geſchmückten Edlen und Frauen ans Land zu ſetzen. Wie es die venetianiſche Sitte jener Zeit gebot, war es im Be⸗ lieben der Gäſte gelaſſen, ob ſie in Masken erſcheinen wollten oder nicht, ob ſie zu dem venetianiſchen Mantel eine ganze oder halbe Larve brauchten, oder eine eigen⸗ thümliche Tracht wählen mochten. Der allgemeine Sinn für die Maskenfreuden, das Geſchick, die Uebung der Ve⸗ netianer und Venetianerinnen, dieſe Art der Beluſtigung geiſtvoll zu erhöhen; endlich auch die Sicherheit, welche das ſtrenge Geſetz Venedigs gerade den Masken gewährt, be⸗ wirkten, daß bei dieſem Feſte, ſo wie bei allen ähnlichen,