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ſtellt und ruhiger geworden war, wurden die Kinder des Dorfes mein Troſt und Glück. Ich lehrte ſie ſtricken, ſpin⸗ nen, nähen, beten— auch einige leſen und ſchreiben. Nun haben die armen Leute alle ſelbſt flüchten müſſen! Ich habe keine Kinder mehr— da bin ich ausgewandert, um nach meiner Heimat zu gehen, wo ich ſeit fünfund⸗ zwanzig Jahren nicht geweſen!— Ob mich noch einer kennen wird, ich weiß es nicht!— Aber doch, in meiner Jugend habe ich dort Manchem Gutes gethan! Kranke gepflegt und Wöchnerinnen und Kinder behütet und belehrt. Sie werden nun herangewachſen ſein, deſſen gedenken und mir ihre Kinder wieder anvertrauen, damit ich ein ſtil⸗ les Wohnplätzchen finde, bis an mein Ende!“
„Aber Ihr ſeid ohne Geld,“ ſprach Annchen ängſtlich, „wie weit habt Ihr denn noch?“
„Zwanzig Meilen! Und darüber! O ich hätte den Weg zurücklegen können, denn ich beſaß ſo viel— allein die Kroaten haben mich vorgeſtern ausgeplündert und mir die wenigen Sparpfennige genommen!“
„Und Ihr wollt dennoch weiter gehen, jetzt, da die Win⸗ terkälte täglich beginnen, hoher Schnee fallen kann?“ fragte Annchen ängſtlich.
„Ja, gute Frau,“ ſprach Kathy kopfſchüttelnd,„das iſt be⸗ denklich! Ich weiß auch, was zu Fuß wandern heißt. Aber”—
„Ich muß wol!“ unterbrach die Fremde ſie ſeufzend.
„Nein, nein, Ihr müßt nicht!“ rief Annchen bewegt aus.„Ach Mutter, liebe Mutter“— ſie fiel Kathy um den Hals—„ich will doppelt fleißig ſein, ach, laßt die arme Frau hier bleiben! Ich bitte Euch, Mutter!“
„Ja, ja doch, herzlich gern!“ erwiderte Kathy gut⸗ müthig.
„Gottes Segen über Dich, Du Engelskind!“ ſprach


