Teil eines Werkes 
16. Band = Neue Folge, 4. Band, Erzählungen : 2. Theil (1846)
Entstehung
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Ach, Eure freundlichen Worte thun mir ſo wohl, erwi⸗ derte dieſe,Ihr ſeid ein herzensgutes Kind, ich kann Euch nicht anſehen, ohne zu weinen.

Ei, Frau, weint nicht, ſprach Kathy rauh, aber ehr⸗ lich,hier ſoll es Euch gut gehen. Erzählt uns doch, wo kommt Ihr her, wo wollt Ihr hin? Was bewegt Euch zu reiſen in ſo rauher Zeit und Jahreszeit? Denn iſt gleich Waffenſtillſtand, ſo hat der Einzelne doch vom Kriegsvolk immer zu fürchten und zu leiden und der November, ſei er noch ſo mild, iſt auch kein Wandermonat!

Die Fremde war näher gekommen; beim Lichtſchein ſah man, daß ſie nicht alt, kaum funfzig, aber vom Kummer ſcharf gezeichnet war. Dennoch ſah ſie freundlich aus und aus ihren Augen glänzte, halb erloſchen zwar, doch klar, ein ſanftes Licht. Ihre Tracht, ihre Sprache, ihre Haltung zeigten, daß ſie mehr als eine Bäuerin ſei, wiewol ärmer, denn die dünnen, groben Kleider wollten kaum noch zu⸗ ſammenhalten.

Ich ſoll Euch erzählen! ſprach ſie.Ach ich könnte Euch drei Tage und drei Nächte erzählen von dem Leid meines Lebens! Doch das iſt viel zu Kesinia⸗ ich kann nicht davon ſprechen!

Wohin wollt Ihr aber wandern zu dieſer Winters⸗ zeit? fragte Annchen und die Thränen ſtanden ihr in den ſchönen blauen Augen.

Nach meiner Heimat wo ich meine Jugendjahre verlebte da möchte ich ſie ſtockte; aber Jeder fühlte, daß ſie ſagen wollte:da möchte ich begraben ſein!

Das Dorf, wo ich zuletzt wohnte, iſt niedergebrannt, fuhr ſie fort.Ich hatte es recht gut dort! Ich war als kranke, halb geiſteszerrüttete Bettlerin bungeronmen⸗ aber 3 ſie hakken mich aufgenommen und gepflegt. Da ich herge⸗