Teil eines Werkes 
16. Band = Neue Folge, 4. Band, Erzählungen : 2. Theil (1846)
Entstehung
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dieſe ſie zum Trinken aufforderte. Annchen erſchien wieder und brachte Brot, friſche Butter und Schinken und nö⸗ thigte die Gäſte freundlich zuzulangen.

So recht, Annchen, ſprach die Mutter,das ſind ein Paar ſehr gute Freunde von mir, die mußt Du gut pflegen.

O von ganzem Herzen, erwiderte das Mädchen herz⸗ lich,wenn ſie nur recht oft zuſprechen.

So oft wir können, rief Gotthelf und Waldmann ſetzte ſeingewiß hinzu.

Es entſpann ſich nun raſch ein Geſpräch, an dem auch Annchen Theil nahm, die ſich, da wenig Gäſte mehr zu be⸗ dienen waren, mit dem Strickſtrumpf zu ihnen ſetzte. So verfloſſen die Nachmittagsſtunden unbeſchreiblich raſch und hätte nicht Kathy endlich geſagt:Aber die Sonne ſinkt unter, es wird doch zu kalt hier draußen, die jungen Leute hätten nichts von dem kühlen Novemberabend, der trotz des ſchönen warmen Tages jetzt doch begann, bemerkt. Da aber der Urlaub noch nicht um war, ſo gingen ſie noch ein Stünd⸗ chen mit in die Gaſtſtube hinein und ſetzten das Geſpräch drinnen noch traulicher fort, bis die Zeit zum Aufbruch herankam.

Nie waren Beide ſo ſtumm neben einander hingegan⸗ gen, als auf dieſem Heimwege ins Lager. Jeder hing ſei⸗ nen Gedanken nach und wie herzlich ihre Freundſchaft war, ſo mochten ſie ſie diesmal nicht austauſchen.

Am andern Tage, als Mittags die Pferde beſorgt wa⸗ ren und es eben nichts mehr zu thun gab, zog ſich Gott⸗

helf die Paradeuniform an und ging zum Rittmeiſter, um

ihn wieder um Urlaub zu bitten. Auf dem Wege dahin

begegnete ihm Waldmann, der ſchon dort geweſen war und dieſelbe Bitte gethan hatte. Gotthelf errieth es halb und