Teil eines Werkes 
16. Band = Neue Folge, 4. Band, Erzählungen : 2. Theil (1846)
Entstehung
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Sie gingen haſtig vorwärts dem Walde zu. An der großen Tanne pfiffen ſie, wie ihnen geheißen war. Der Ton wurde erwidert. Er kam näher, eine Geſtalt trat aus den Gebüſchen und eine Frauenſtimme fragte:Wollt Ihr hier Vogelſtellen, oder ſeid Ihr Vögel, die aus dem Käfig entwiſcht ſind?

Getroffen! rief Gotthelf fröhlich, da er an dieſen Worten erkannte, daß dies der Führer ſein werde.

Es war eine Marketenderin; eine rüſtige Frau in den Vierzigen.Nun, ſprach ſie, ſo will ich Euch erſt Atzung geben, denn Ihr werdet wol lang gefaſtet haben. Bei dieſen Worten deckte ſie ihren Speiſekorb auf, der den Hung⸗ rigen die willkommenſte Erquickung bot.

Sagt uns, liebe Frau, fragte Gotthelf nach einiger Zeit, wie ſind wir denn eigentlich hieher gekommen?

Pſt! erwiderte ſie und legte den Finger auf den Mund.Schweigen bringt weniger Schaden als Schwatzen, eine Hand wäſcht die andere; mir iſt einmal ein Dienſt ge⸗ ſchehen, der mir ungefähr ſo viel rettete als mein bischen Leben, Hab' und Gut, und ein kleines dreizehnjähriges Töch⸗ terchen, was ich beſaß jetzt iſt ſie achtzehn dazu. Darum dien' ich wieder! Im Kriege wechſelt das Glück; man muß es mit beiden Parteien halten. Ich habe auch lange bei den Preußen geſtanden und denke ſogar bald wie⸗ der überzutreten. Denn Handel und Wandel iſt frei und wer nichts thut, als ehrlich die Koſt liefern, und Spionwe⸗ ſen meidet, der wird ſo leicht nicht gehangen, denn er thut Freund und Feind Gutes. Doch wir müſſen uns jetzt auf den Marſch machen.

Sie ging voran und führte die dun gringe auf ſicherem Fußpfade durch Wald und Berge immer näher zu den preußiſchen Vorpoſten. Endlich traten ſie auf einer Anhöhe