Teil eines Werkes 
16. Band = Neue Folge, 4. Band, Erzählungen : 2. Theil (1846)
Entstehung
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vor Dir gar nicht, antwortete die Kleine und ſah ihn groß an; aber vor dem Mann unten im Garten. Dabei deu⸗ tete ſie mit dem Händchen nach dem Fenſter. Louiſe und Schwarzeck traten an daſſelbe und im Augenblick ſahen ſie wirklich einen wild ausſehenden Kerl mit ſtruppigem Bart aus der Gartenthür treten und über den Hof ſchleichen, während er ſpähend rings umherblickte.Der Kerl ſieht wahrhaftig wie ein Galgenvogel aus, rief Schwarzeck, gehört er hierher?Nein, ſprach Louiſe,es iſt ein wildfremder Menſch, gar nicht aus dem Dorfe. Schwarzeck öffnete auf dieſe Antwort ſogleich das Fen⸗ ſter und rief hinaus:He, Ihr da, was wollt Ihr hier? Was habt Ihr hier zu thun?Der Angerufene wen⸗ dete ſich raſch um und bückte ſich mit widerwärtiger Unter⸗ würfigkeit bis tief an die Erde.Ach, allergnädigſter Herr, rief er mit ſichtlich geheuchelter Demuth,ich bin ein armer Wandersmann, der nach ſeiner Heimat will. Ich war Soldat, habe im vorigen Jahre den ſchleſiſchen Krieg mit⸗ gemacht, wurde verwundet, invalid und man hat mir nun den Abſchied gegeben. Nur um eine kleine Gabe wollt' ich bitten!Die Hunde hinter Euch drein, Landſtreicher und Strauchdieb, rief Schwarzeck drohend,Ihr und Sol⸗ dat geweſen! Wo haͤttet Ihr denn den Zopf gelaſſen! Macht, daß Ihr den Hof hinter Euch bekommt, oder Ihr bekommt mich hinter Euch! Der erſchrockene Bettler mußte nicht das beſte Gewiſſen haben, denn er ſprang in Windesſchnelle in drei Sätzen davon und nach wenigen Augenblicken war er verſchwunden. Louiſe erſchrack über den wilden Ton, den ſie nie an Schwarzeck gekannt, und noch mehr darü⸗ ber, daß er ſich ſo ohne Weiteres im Hauſe benahm, als ſei er der Herr, obgleich ſie einräumen mußte, er habe ent⸗ ſchloſſen und vernünftig gehandelt. Doch empfand ſie es

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