Teil eines Werkes 
16. Band = Neue Folge, 4. Band, Erzählungen : 2. Theil (1846)
Entstehung
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kommt herein, ſchnell herein! Dann eilte ſie an das Bett des Kranken, und verſuchte ſein Haupt wieder aufzurichten und ihm Linderung zu verſchaffen von dem beklemmenden Krampf, der ſeine Bruſt zuſammenpreßte und den dieſe letzte gewalt⸗ ſame Zuſammenraffung der hinſinkenden Kräfte verdoppelt hatte. Sie war wirklich erſchüttert und angegriffen; ſchwer hatte ſie geſündigt, doch ihre Bruſt war noch nicht verhärtet im Böſen, ſie empfand noch Reue. Die Kinder kamen eilig herein. Als Ernſt des Vaters ſchmerzverzogenes An⸗ geſicht erblickte und die Mutter weinend über ihn ge beugt ſah, rief er laut im Schmerz aus:Er iſt todt, er iſt todt! Annchen rief ihm kindiſch nach und weinte bitterlich und kniete an dem Bett des Vaters nieder. Die Thür war offen geblieben; die Dienſtleute hatten den Ruf gehört; alle eilten herein und umſtanden das Sterbelager. Sie weinten aufrichtige Thränen, denn der Scheidende war Allen ein Vater und redlicher Freund geweſen. Jetzt fielen die goldenen Strahlen der Sonne durch das Fenſter auf das Bett und roſiges Licht umfloß die Lagerſtätte und das Antlitz des Entſchlummernden. Da wurden ſeine krampf⸗ haft entſtellten Züge ruhiger, der Schmerz entließ ihn von ſeiner ſpannenden Folter und übergab ihn der Ermattung. Er athmete tief, öffnete die Augen, ſah irr und ſuchend umher, lächelte, winkte freundlich, leiſe mit dem Haupt zum Zeichen, als erkenne er die Umſtehenden, und ſank dann müde und träumend wieder in die Kiſſen zurück. So blieb er. Kein Wort entfloh mehr ſeinen Lippen. Die finkende Sonne füllte das ganze Gemach mit purpurner Glut; ſie verſchwand endlich hinter dem dunkeln Wald⸗ ſaum und ließ nur eine graue, kalte Dämmerung zurück. Da entwich auch der letzte Lebenshauch aus der Bruſt des

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