Teil eines Werkes 
16. Band = Neue Folge, 4. Band, Erzählungen : 2. Theil (1846)
Entstehung
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nicht jenſeits deshalb verklagen. Ich will Dich entſchuldi⸗

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Mutter war, und ſie fürchtete daher die Wiederholung äl⸗ terer Vorwürfe dieſer Art. Doch auf Das, was geſchah, war ſie nicht gefaßt.Du wollteſt mir etwas ſagen, Wer⸗ denberg, begann ſie endlich furchtſam und ſchlug vor den ernſten Zügen des Gatten, der nach Faſſung und Kraft zu ringen ſchien, das Auge nieder.

Ja, Louiſe, ſprach er endlich mühſam und richtete ſich auf dem Lager empor;lies hier dieſen Brief.

Sie nahm ihn, las, zitterte, wollte ſprechen doch vermochte es nicht. Endlich mußte ſie ſich ſetzen.

Sieh, Louiſe, eine ſolche Laſt iſt die Schuld, daß ſie Dich, die geſund und jung vor dem kranken Greiſe ſteht, zu Boden drückt und Du ſchwächer auf Deinen Füßen biſt, als ich, der Sterbende! Louiſe! die Sonne, die ſich dort röthlich niederſenkt, iſt vielleicht die letzte, die uns ge⸗ meinſam beſcheint morgen ſehe ich ſie ſchwerlich auf⸗ gehen. In dieſer Stunde will ich Dir nicht zürnen, ich will vergeben! Denn ich habe Dich geliebt und die Liebe iſt langmüthig und freundlich; ſie verträgt Alles, ſie hoffet Alles, ſie duldet Alles!

So glaubſt Du wirklich wollte Louiſe ihn unter⸗ brechen.

O mehre Deine Schuld nicht durch Verläugnen! Das Geſtändniß, was Deine Lippen verfälſchen wollen, liegt klar auf Deinen Wangen. Sei jetzt wenigſtens wahr, wenn Du mich einſt ehrteſt oder liebteſt, denn die Webe freuet ſich nicht der Ungerechtigkeit, aber ſie freuet ſich der Wahrheit.

Die Schuldbewußte zerfloß jetzt in Thränen und drückte ihr vor Scham glühendes Antlitz in die Kiſſen des Bet⸗ tes.Du haſt, fuhr der Pfarrer milde fort,die heilige Treue des Ehebundes gebrochen, aber ich will Dich