Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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oder gar eine Bürgerstochter in Ochſengram oder Schmut⸗ ſeifen ſein. So denke ich; verſtehſt du mich nun? Da⸗ bei reichte er ihm die Hand über den Tiſch hin und ſah ihn freundlich an. Hyacinth ſchien gerührt.

Das Geſpräch hätte vielleicht noch eine ganz andere Wendung genommen, wenn der Wirth nicht mit dem Abendeſſen erſchienen wäre.

Da wir Alle ſehr ermüdet waren, gingen wir bald her⸗ nach zur Ruhe, das heißt, wir lagerten uns auf die har⸗ ten und ſchmutzigen Matratzen, die zum Theil auf dem Verſchlage, zum Theil unten auf dem Fußboden ausgebrei⸗ tet wurden. Schepphäuſer allein blieb auf, ſetzte ſich an den Tiſch und ſchrieb an ſeinem Tagebuche. Als ich in der Nacht aufwachte und von dem Verſchlage, auf dem ich lag, niederblinzelte, ſah ich ihn mit aufgeſtütztem Haupte in düſtre Trauer verſenkt vor dem trübe brennen⸗ den Lichte ſitzen. Dann ſtand er auf, ſtellte ſich mit ver⸗ ſchränkten Armen gegen die Mauer und ſah ſtarr vor ſich hin. Plötzlich ergriff er das Licht, ſchlich auf den Zehen bis an eine Stelle im Gemach, wo die Fremde, abgeſondert von den Uebrigen, in einer Ecke lag und ſchlummerte; ihr ſeltſamer Begleiter lag davor, wie ein Rieſe, der ſie bewa chen ſollte. Schepphäuſer ſchritt über ihn hinweg und trat vor die mit dem Schleier bedeckte Unbekannte. Ich mußte mich leiſe aufraffen, um ihn noch ferner beobachten zu kön⸗ nen; ich kauerte daher hinter dem Geländer nieder, mit dem unſere Lagerſtatt umgeben war, und beobachtete mit angehaltenem Athem, was vorging. Schepphäuſer hatte die Kühnheit, den Schleier, der das Antlitz der Schlum⸗ mernden bedeckte, emporzuheben. Sie lag reizend, wie ein Marmorbild, mit geſchloſſenen Augen da, die dunklen Locken