Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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diente, hätten wir den Koppenkegel ſchwerlich gefunden. Wir ſtiegen bei ſchon grauender Dämmerung hinauf. Die Stürme fuhren ſauſend um den alten Felskoloß her und wollten ihm den grauen Wettermantel abreißen; er hüllte ſich nur deſto feſter ein. Wir thatens auch. Auf der flachen Ebene weiß man nicht, was Sturm iſt. Ich bin kein Flederwiſch, aber ich gedachte doch jeden Augenblick wie Ikaros wegzufliegen und eben ſo auf die Naſe herunter zu fallen, wie er, entweder rechts in den Rieſengrund, oder links in den Wolfsgrund, denn der Wind kreiſte rings um den Berg und kehrte ſich nicht an die Windroſe, ſondern kam aus allen Weltgegenden zugleich.

Wir keuchten die Felsſtufen hinan. Hyacinth wollte Alles romantiſch finden, aber der Wind verſetzte ihm den Athem. Wir waren auch müde, denn von dem Vitriol⸗ werk bis hier oben hinauf iſt kein Katzenſprung, zumal, wenn man ſo gegen den Sturm und Regen laviren muß. Wir waren nicht nur bis auf die Haut, ſondern bis auf die Knochen naß.

Ich hatte das Wandern herzlich ſatt. Endlich ſahen wir den alten grauen Thurm des Kegels vor uns und aus ſeinem Gitterfenſter ſchimmerte uns ein mattes Licht entgegen. Er ſah aus, wie ein Leuchtthurm in einem Wol⸗ kenmeer. Der Führer öffnete die Thür, der Wind ſchlug ſie, erbittert, daß wir ihm endlich entkamen, hinter uns wieder zu. Jetzt ſaßen wir in der Falle; wir tappten uns mühſam durch die Finſterniß eine zweite Thür öffnete ſich und das Innere des Heiligthums war unſern Blicken preisgegeben. Ich will's beſchreiben. Von einem kreisförmigen innern Raum der Rotunde iſt auf der einen Ecke durch eine Breterwand ein Segment abgeſchieden; der Reſt ſieht alſo aus, wie ein angeſchnittener Apfel. An der