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Schnittſeite zog ſich eine Bank hin, vor derſelben ſtand ein langer Tiſch und daran ſaßen zwei Reiſende, naß und ausgefroren, wie wir. Mit Vergnügen weilten ihre Blicke auf dem mächtigen eiſernen Ofen, in dem immer einer ih— rer Führer eine lodernde Flamme unterhielt. Etliche Un⸗ ſchlittlichte und jene erhellten den Raum gerade genug, um einander nicht umzurennen. Auf dem Boden lagen Ran⸗ zen und Torniſter und daneben der zweite Führer hinge⸗ ſtreckt; einen großen Hund nicht zu vergeſſen. Allerlei Ge— ſchirr ſtand anf den Wandgeſimſen umher. Ueber einer Art von Schenktiſch neben dem Ofen prangte eine große Tafel, auf der ich die Worte Champagner, Ungerwein, Rüdesheimer, Hochheimer u. ſ. w. mit Vergnügen las; parallel damit war die Speiſecharte angebracht. Ich geſtehe, das ſchönſte Raphaeliſche Altargemälde hätte jetzt auf mich nicht den Eindruck gemacht, als dieſe tabula scripta über dem Schenktiſchaltar.— Wir ſetzten uns. Mich fror, ich ſah Hyacinth und unſern Naturforſcher bedeutſam an, deu⸗ tete nach der magna Charta der Schneekoppe, ſie nickten und ich rief:„Champagner!“ Der Wirth flog, d. h. er kroch wie eine Schnecke davon, in den Verſchlag hinein und brachte nach langem Ausbleiben endlich eine Quart⸗ flaſche herbei. Ich machte Augen, als ob die Sonne um Mitternacht aufginge, oder das hagere Geſpenſt meiner Großmutter mir erſchiene. Es war nicht Champagner, ſondern Ungarwein, wenn der Krätzer mich nicht verklagt, daß ich ihm dieſen Namen gebe. Der Champagner war geſtern ausgetrunken worden.„Fort mit dem Ungarn!“ rief ich,„Rüdesheimer her, oder Hochheimer, oder Bur⸗ gunder!“ denn dieſe ſtanden alle auf der Rangliſte.— „Alles geſtern aufgegangen,“ ſprach der Wirth achſel⸗ zuckend.—„Peſt und Cholera,“ rief ich wild,„ hat denn 16*


