Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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unterſchöbe, Dummheit, wenn ich dies nicht vermöchte. Da ich jedoch gegen dieſe letztere Eigenſchaft der Menſchen am ſtärkſten eifern werde(und geſchähe es auch nur des Klimax wegen), ſo möchte ich mir dieſelbe am wenigſten zu Schulden kommen laſſen und wage es auf eine De⸗ finition: Narrheit, meine Herren, iſt der Glaube an eigne Weisheit!

Nicht ohne Abſicht, meine Herren, zog ich eben mein Sacktuch hervor, um mich zu ſchneuzen; denn ich gewährte Ihnen dadurch eine ſchickliche Muße, um meine Definition zu prüfen. Glaubten Sie, meine Geehrteſten, daß Sie Weiſe wären, ſo wiſſen Sie nun, vielleicht aber erſt ſeit zwei Minuten, daß Sie Narren ſind.Erkenne Dich ſelbſt, rief der Gott zu Delphi Denjenigen zu, die an ſeine Tempelpforte klopften, weil ſie von ſeiner Weisheit etwas zu erfahren dachten. Der tiefe Sinn des Spruchs iſt Ihnen vielleicht erſt jetzt klar geworden. Denn heißt er etwas Anderes, als: Begreife, daß Du ein Narr biſt, Menſch, und folglich meiner Weisheit bedarfſt, weil die eigene Dir fehlt? So lange die Leute ſich für weiſe halten, brauchen ſie nicht zu Latona's Sohn zu wandern; ſobald ſie aber durch das αινπτιον νν̈υω herausgebracht ha⸗ ben, daß ſie Narren ſind, wird ihnen natürlich etwas Weis⸗ heit Goldes werth. Doch, meine Herren, Sie bemerken, daß ich hier auf einen cornutus ſtoße, der mir die Arbeit ſchwer machen kann. Halten Sie ſich für weiſe, ſo ſind Sie närriſch; erkennen Sie ſich für närriſch, ſo haben Sie entweder recht, und dann ſind Sie gewiß närriſch, oder unrecht, und dann iſt wieder dies eine Narrheit. Glauben Sie, dieſes Dilemma erſchrecke mich? Keinesweges, denn es führt ja auf's glücklichſte den Beweis für mich, daß der Menſch ein Narr iſt und ſein muß. Da ich, Treff⸗