Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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des ſchäumenden Flüßchens, ſo weit ſie in dem ſchroffen Felſenthal ſichtbar war. Ich warf eine Blume hinein und dachte mir: wird ſie das Weltmeer erreichen? Wie un⸗ ſcheinbar beginnt nicht alles Große! Wer in die Zukunft ſehen, wer die Krone des Baums erblicken könnte, die ſchon der zarte Keim in ſich trägt! Wer in der Wiege Napo⸗ leon's die Diademen ſchimmern ſehen könnte, die er einſt auf ſeinem mächtigen Haupte tragen, die er mächtigen Häup⸗ tern rauben würde! Als wir zu der Hütte zurückkehrten, brachte uns Jedem eine bräunliche Alte einen Strauß von der reichen Flora des Rieſengebirges. Ich ſteckte den mei⸗ nen auf den Hut und wanderte fröhlich weiter nach den Schneegruben hinauf. (Anmerkung Schepphäuſer's.) Alles ganz gut; ich aber warf den meinigen, nachdem ich ihn mit einem Geldſtücke ausgelöſt, in die Elbe und der Naturforſcher brachte ihn unter die Loupe. Wir hatten beide Recht; anders wär's geweſen, hätte nicht ein alter Drache, ſondern ein hübſches Mädchen ihn uns gereicht. Mich ärgert die Dummheit des Volks. Um dem Reiſenden Geld abzunehmen, hocken ſie den ganzen Tag bei dem Waſſerfall und bewachen die Naturſchönheit wie Cerberus die Proſerpina. Und dann wiſſen ſie nicht einmal, wie ſie's anſtellen ſollen! Wäre ich ein hübſches, junges Mädchen, ich wollte wahrlich nicht um⸗ ſonſt am Elbfall ſtehen und Straͤußchen binden. Wer ſchenkt einem hübſchen Kinde nicht gern, da es ſelbſt mit Grazie und Anmuth beſchenkt, und wer nimmt ein ſolches Anden⸗ ken nicht gern mit? Aber in die Elbe mit dem Blumen⸗ ſtrauß, den mir eine alte, rußige Vettel aus bettelndem Eigennutz reicht.