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blauen Himmel überglänzt wurde; von beiden Seiten ſchweifte der Blick weit in das Land hinein, wo ſich Schle⸗ ſiens und Böhmens Berge ausdehnen. Die Luft war ſo rein, ſo erquickend, ſo klar und durchſichtig auf dieſer gro⸗ ßen Höhe(denn wir marſchirten 3500 Fuß über dem Meeresſpiegel), daß uns die nächſten und die fernſten Ge⸗ genſtände in ungemeiner Deutlichkeit erſchienen. Dieſe be⸗ ſtimmte Zeichnung aller Bilder gibt der Landſchaft einen Reiz, den man in der dichtern Luft der Ebene nicht kennt. — Wir wanderten nach dem Elbfall hinunter, wohin der Weg uͤber grüne Wieſen führt. Hyacinth ſchildert ihn in ſeinem Tagebuche folgendermaßen:
Ein entferntes Rauſchen und Brauſen kündigte uns die Nähe des romantiſchen Elbfalls an. An der Höhe, von der er niederſtürzt, iſt eine ärmliche Erdhütte gebaut, aus der wir ſchon von weitem Rauch aufſteigen ſahen. So nahe an Böhmen, in deſſen kühne Wald⸗ und Felsthäler wir hineinſchauten, erweckte dies die Erinnerung an die Jugenderzählungen von den wandernden Zigeunern, deren ſich ja auch in den böhmiſchen Wäldern ſo viele gefunden haben ſollen. Jetzt hatten wir die Hütte erreicht. Schauer⸗ lich ſtürzt ſich der Strom in die Tiefe hinunter! Um ihn ganz zu überſehen, klimmten wir einen ſteilen, nicht gefahr⸗ loſen Pfad hinab. Da ſchäumte er plötzlich(denn oben war die Waſſermenge geſpannt) in brauſenden, donnernden Wellen über die Felſen herab.— Ein eignes Gefühl ergriff mich, wenn ich dachte, daß dies der herrliche Strom ſei, der ſeine Wogen ſo weit durch die Gauen Deutſchlands dahin⸗ rollt. In tiefer Stille des Gebirgs, zwiſchen einſamen Fel⸗ ſenmauern bereitet die Natur in ihrer wunderbaren Werk⸗ ſtätte das Element, welches nachher den blühenden Verkehr der Städte beleben ſoll. Mein Auge verfolgte die Bahn


