Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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Indeſſen bin ich doch zu einem frommen Gebet, zu einem Te Deum laudamus ungemein geſtimmt, weil es mir mit Gottes Hülfe gelungen iſt, der prager Comteſſe nebſt gnä⸗ digen Mama andere Gedanken zu machen und ihnen die Gebirgsreiſe zu verleiden. Wenn ich dieſe hochadlige Ge⸗ ſellſchaft mit in die reinen Höhen des Gebirges hätte ſchleppen müſſen, wo ich einmal endlich frei Athem zu holen und mir die rauhe Bruſt friſch auszulüften hoffe, ſo wäre ich, gelind ausgedrückt, ganz des Teufels geweſen. Guter, leichtgläu⸗ biger Tropf, Hyacinth, der Du hier neben mir ſitzeſt und wahrſcheinlich eine Elegie über die Dulderin am Kochelfall ſchreibſt, wahrhaftig Du biſt ein ehrlicher Kerl; aber durch ſieben empfindſame Weiberworte kann Dich ſelbſt die häß⸗ lichſte Schöne ſo feſſeln und binden, daß Du ohnmächtiger wirſt als Simſon, den Delila mit eben ſo vielen Seilen band!— Ich glaube, der Kerl waͤre ehrlich genug, mich förmlich abzuſchwören, und wie den Teufel zu exorciren (welches der Prediger C.... in Berlin jüngſt mit Erfolg gethan haben ſoll, wie die neueſten Nachrichten vom Sa⸗ tan oder vom himmlichen Reiche melden), wenn er wüßte, wie es mit der Mauſerung der Comteſſe zugegangen iſt.— Außer meinem Dankſagungsgebet wegen der Befreiung von dieſer Landplage richte ich noch ein zweites an den Herrn der Heerſcharen wegen des ſchönen Wetters, das er uns zum Spaziergang auf die Berge zu geben ſcheint. Es iſt ſehr ärgerlich, daß man ſchönes Wetter nur als ein Lehn⸗ gut, nicht als ein Allodium beſitzt und immer von dem Lehnsherrn abhängig bleibt; wenigſtens möchte ich auf eine Quadratmeile um meinen Leichnam her die Witterung in Erbpacht nehmen— denn es iſt, bei Sct. Jago(mein Schutzpatron, weil er den Wein liebte)! äußerſt verdrieß⸗ lich, vor Staub und Hitze zu erſticken oder vor naſſem