Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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ihre Sprachweiſe durch eine gleiche, mit nicht unwitzigen Sprachfehlern zu parodiren. Die Gute merkte nicht das Mindeſte davon, doch einige Perſonen der Geſellſchaft, die zuvor den drolligen Kauz ganz anders hatten reden hören, verſtanden den Spaß. Hyacinth fand ihn ſehr ungroßmü⸗ thig, doch die Comteſſe Lina, die er führte, nannte ihn drollig. Sie ahnte nicht, daß der Schalk es mit ihr noch viel ſchlimmer vorhatte!— Der Schneider führte ſeine Schwiegermama, die beim Hinanſteigen des kleinſten Hü⸗ gels ungemein keuchte und das krummlinige Bergland ver⸗ wünſchte. Der Schwiegerſohn bemühte ſich, ihr zu bewei⸗ ſen, daß die Berge ja eben die Schönheit des Landes bil⸗ deten, doch ſie widerlegte ihn mit Schepphäuſer's Hülfe ſchlagend dadurch, daß ein ſchlanker, geradgewachſener Menſch viel ſchöner ſei, als ein krummer. Es ſträubt ſich etwas in mir, den berliner Jargon aufzuſchreiben, ſonſt würde ich Schepphäuſer's, in dieſem Dialekt vorgetragene Gründe auch in demſelben nachahmen. Die Subſtanz der⸗ ſelben war:„Ich muß der Frau Schwiegermama durchaus Recht geben! Weshalb iſt Berlin als eine ſchöne Stadt berühmt? Wegen ſeiner geraden, ebenen Gaſſen.“— „Freilich,“ ſtimmte die Schwiegermama ein.„Was wür⸗ den Sie dazu ſagen,“ fuhr Schepphäuſer fort,„wenn ſich z. B. unter den Linden ein ſolcher krummer Buckel befände, wie der, über den wir ſoeben klettern? Würde er nicht die ganze Promenade verderben? Oder denken Sie ſich die Friedrichsſtraße einmal ſo krumm, wie das Zackenthal hier, wäre es nicht abſcheulich, darin zu wohnen? Wie viel ſchö⸗ ner dagegen, das müſſen Sie mir einräumen, würde das Gebirge hier ſein, wenn alle Thäler ſchnurgerade wären und der Boden ſo eben, wie auf dem Luſtgarten!“ Indeſſen war man beim Kochelfall angelangt und be⸗