Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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türiers der Geſellſchaft ihr den Hof machten. Hyacinth war nicht der Letzte darunter, denn er glaubte einen ſehr fein gebildeten äſthetiſchen Sinn an ihr zu entdecken, weil ſie viel von Walter Scott und Lord Byron ſprach.— Die beiden Damen hatten nur einen Bedienten und ein Kam⸗ mermädchen, welche Letztere Schepphäuſer's Blicke und Auf⸗ merkſamkeit anzuziehen ſchien, bei ſich. Nächſt ihnen trat ein Elegant aus Berlin, mit einer älteren und einer jünge⸗ ren Dame, mit ziemlicher Keckheit auf. Beide Frauenzim⸗ mer ſprachen mit großer Geläufigkeit das gezierte berliner Deutſch, deſſen ſich die Nähmädchen, Stickerinnen, Putz⸗ macherinnen und andere ihres Gleichen zu bedienen pflegen, wenn ſie vornehme Damen ſpielen wollen, welches ſie faſt jeden Sonntag Nachmittag unternehmen. Ich habe an⸗ fangs lange nicht herausbringen können, welcher Art und Standes dieſe drei Perſonen eigentlich waren, da die wirk⸗ liche Eleganz ihrer Toilette und ihr ungebildetes Beneh⸗ men im ſtärkſten Widerſpruche ſtanden. Wohlhabenheit verrieth ſich übrigens durch viele Umſtände, wurde auch deutlich genug affichirt. Durch Zufall erfuhr ich nachmals, daß der Reiſende ein reicher Schneidermeiſter von Bildung war, der ſeine junge Gattin und ſeine alte Schwiegermut⸗ ter ins Bad und ins Gebirg geführt hatte. Außer dieſen ſind höchſtens noch zwei Offiziere zu nennen, deren einer, ſchon ein älterer Mann, ſehr leidend zu ſein ſchien und dem der jüngere verwandt war. Beide verhielten ſich ſtill und ſprachen, wenn ſie ſich äußerten, ſehr vernünftig.

Da der Kochelfall nicht ſehr entfernt iſt und der Abend ſchön war, beſchloß die ganze Geſellſchaft den klei⸗ nen Spaziergang dahin zu machen. Nur die alte Gräfin blieb zurück. Schepphäuſer gab der hübſchen jungen Schnei⸗ dermeiſterin den Arm und führte es fortwährend durch,