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Bewußtſein ihrer Empfindung hat. Sie erröthete daher bei Sir Atwood's Worten faſt noch mehr aus Unwillen, als aus Scham, und, wiewol ſchüchtern, doch feſt antwortete ſie ihm:„Mein Vetter ſcheint faſt keine Neigung mit mir gemein zu haben, aber noch weniger eine für mich; ſoll ich's Ihnen offen geſtehen, ſo muß ich auch von mir ſagen, daß ich nur diejenige Liebe für ihn fühle, die unſer ver⸗ wandtſchaftliches Verhältniß mit ſich bringt.“— Sir Atwood, der jene innere Scheu gering denkender Seelen vor Eveli⸗ nens edlerem, ſelbſtändigem Geiſte hatte, war mit einiger Zaghaftigkeit an ſeinen Plan gegangen. Der Widerſtand aber erbitterte ihn, und nun trat die, gleichfalls gemeinen Seelen eigene, Feindſchaft gegen die edleren Empfindungen eines ſchönen Herzens hervor, die ſie haſſen, theils weil ſie ſich nicht dazu erheben können und doch insgeheim die höhere Natur derſelben anerkennen müſſen, theils weil ſie ſich da⸗ durch häufig in ihren gemeinen Abſichten gehindert ſehen. Hochroth vor Aerger, ein paar Windſtöße von Athem aus⸗ ſchnaufend und mit einigen tiefen Furchen auf dem un⸗ fruchtbaren Stoppelfelde ſeiner Stirn warf er in einem ſchneidenden Tone die Worte hin:„Ihr Vetter ſcheint Ihnen nicht gut genug, Miß! Sie achten das Andenken Ihres Vaters wenig, wenn Sie einem Vorſchlag, der ſeinen Lieb⸗ lingsplan ausſpricht, einen ſolchen Trotz entgegenſetzen! Frei⸗ lich, Harry ſchreibt weder Romane noch Sonette!“—„Lie⸗ ber Oheim, Sie kränken mich unverdient. Das Andenken meines Vaters iſt mir theuer, Plane, wie der ſeinige, ent⸗ wirft wol Jeder in der Hoffnung, daß ſie einſchlagen wer⸗ den. Allein wie ich mich meines theuern Vaters erinnere, ſo würde er niemals auf eine Verbindung blos deshalb ge⸗ drungen haben, weil ſich die äußern Verhältniſſe paſſend finden. Er hat mir in mein kindliches Herz unvergeßliche


