auf einem anmuthigen Hügel ſtehen und blicke in die ſanfte 1*
Erstes Capitel.
Die Sonne neigte ſich zum Untergange. Ein röthlicher
Schimmer verbreitete ſich über die grünen Fluren des rei⸗ chen engliſchen Dorfes, das ſich am Fuß eines Hügels, dem ſilbernen Band eines kleinen Flüßchens folgend, zwiſchen Gebüſchen, Gärten, Feldern und Wieſen dahinzog. Ein engliſches Dorf! Es ärgert mich, daß vielleicht mancher deutſcher Leſer ſich dabei eine Ortſchaft vorſtellt, die etwa wie ein märkiſches Landſtädtchen, oder gar wie ein Dorf derſelben ſchönen Provinz ausſieht! Er bildet ſich vielleicht ein, funfzehn bis zwanzig Lehmhäuſer zu ſehen, mit eben ſo vielen Ställen und Scheunen, in deren Mitte ſich ein dem Einfallen naher Kirchthurm befindet und, wenn's hoch kommt, ein Predigerhaus mit Schindeln gedeckt, oder gar
ein maſſives, plumpes Gebäude, welches man Schloß zu
nennen pflegt: Guter Leſer! Dir kann ich freilich nichts weiter rathen, als nimm, falls Du es haſt, ein Stück Geld in die Hand, reiſe nach London, laß Dich den Weg durch ganz Altengland nicht verdrießen, fahre mit der Sta⸗ gecoach bis gegen Schottland hinauf, halte dann in New⸗ Caſtle ſtill und ſpaziere endlich ungefähr ſechs bis ſieben engliſche Meilen nach der ſchottiſchen Grenze zu. Hier bleibe


