Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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der Tod hinweg, ſo ſtirbt er doch in unſern Armen, die wir unzertrennlich an ſeiner Seite gefochten haben.

Es iſt mein Gedanke! erwiderte Adolph wehmüthig. Nach der Straße Montmartre!

Eduard war indeſſen mit unaufhaltſamer Eile nach dem Platz des heftigſten Gefechts geſtürzt. Er forſchte und fragte nach dem Oberſt Clermont, doch Niemand wußte ihm anfangs Beſcheid zu geben, da er zuerſt auf eine

Schar von Bürgern traf, die gar nicht unter der Leitung ſei⸗

nes Vaters gekämpft hatte. Indeſſen riß die Schlacht ihn mit ſich fort. Bei dem ſtürmenden Andrange ſo vieler Tauſende war es unmöglich, frei nach Willkür unter den Maſſen ſpähend umherzuſchweifen. Man mußte ohne Wahl dahin, wohin der Strom der Menge trieb. Eduard kämpfte wie ein Raſender, ohne ſich der Gefahr, ja faſt ohne ſich ſeiner ſelbſt bewußt zu werden. In dem ganzen wilden Schlacht⸗ gewühl ſah er nur die Geſtalt des Vaters, wie ſie ſeiner jugendlichen Erinnerung vorſchwebte. Erſt in dem Augen⸗ blick, als Oberſt Clermont die Fahne des gefallenen Jüng⸗ lings emporhob und ſchwang, fiel der Blick des Sohnes auf ihn.Das iſt er! rief ſein Herz und ſtürmend wollte er ſich zu ihm hinandrängen. Da aber verſchlangen Dampf und Rauch Alles rings umher und der verworrene Strom der Kämpfenden wogte ſo wild durcheinander, daß es dem Einzelnen unmöglich war, ſich Bahn zu brechen. Erſt nach mehren Minuten erreichte Eduard die Stelle, wo er den Vater geſehen hatte. Er forſchte und fragte überall nach dem Führer, dem Träger der ſiegenden Fahne.

Da wurde ihm die entſetzliche Antwort:Er iſt ge⸗ fallen! Eben hat man ſeine Leiche fortgetragen!

Gott der Gnade und Barmherzigkeit! Es iſt un⸗ möglich!