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ſchreckte heftig zuſammen und eilte hinüber in das Kran⸗ kenzimmer. Als ſie eintrat, ſah ſie den Vater und Ma⸗ rien troſtlos am Bette ſtehen; ſie ging näher, ſah die Kranke und ein Blick reichte hin, ſie zu überzeugen, daß hier keine Hülfe mehr zu erwarten ſei.„Ach, Deſormery,“ ſprach ſie ſanft,„ergeben Sie ſich in das Nothwendige; der Arzt kommt vielleicht ſchon zu ſpät. Das Auge iſt dem Brechen nahe!“
Deſormery ſah ſie mit einem Blick voller Thränen an und erwiderte:„O daß ich nur noch ein Wort der Liebe zu ihr ſprechen könnte! Daß unſere Herzen nicht im Zwie⸗ ſpalt von einander geriſſen würden!“
„Dieſe Hoffnung kann ich Ihnen geben; der letzte Au⸗ genblick wird hell und heiter ſein— er iſt nicht mehr fern.“
Deſormery ſetzte ſich neben das Lager der Tochter, Marie zu den Füßen des Bettes nieder. Frau von Cler⸗ mont ging hinüber zu Eugenien und Leontinen, die Arm in Arm, Herz an Herz in einem Seſſel ſchlummerten. Sie weckte ſie ſanft und ſprach:„Kinder, Ihr müßt von Eurer Freundin Abſchied nehmen! Sie wird bald von dieſer Erde ſcheiden.“ Erſchreckt und erſchüttert folgten die jungen Mäd⸗ chen der Mutter, die auch Betty aus dem Nebenzimmer abrief. Leiſe traten ſie an das Lager der Sterbenden und betrach⸗ teten ſie in tiefer Rührung, die ſo jung ihr Geſchick vollen⸗ dete. Ihr Athem war ruhiger, das Auge geſchloſſen; plötz⸗ lich ſchlug ſie es auf und blickte matt, doch hell und freundlich umher. Sie lächelte, aber ſprach nicht. Der Vater ergriff ihre Hand; ſie ſah ihm mit zärtlicher Weh⸗ muth ins Auge, rührte die Lippen, aber kein Laut entfloh ihnen. Marie trat von der andern Seite heran, legte ihr ſanft den Arm unter das Haupt, ſodaß es nun ganz erho⸗ ben wurde, und faßte ihre Linke. Die Sterbende fand ſich


