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man den Sarg hinein; ich hörte ſchwere Schritte, und die Thür öffnete ſich und ſchloß ſich wieder. Kranke haben einen leiſen Schlummer! Ich wäre auch aufgeſprungen, aber die Macht der Krankheit hielt mich regungslos ge⸗ feſſelt.— Du weißt das Alles und willſt mirs doch ver⸗ ſchweigen? O, Marie, das iſt nicht gut. Ich bin wol oft unfreundlich gegen Dich geweſen, aber ich dachte, Du hätteſt mirs vergeben, um meines Elends willen!“
Marie zerfloß in Thränen.— Sie betheuerte, ſie ſchwur, vergeblich! Louiſon weinte, bat, flehte die Schweſter an, ſie hinüberzuführen. Umſonſt ſtellte Marie ihr vor, daß Fieberträume ſie täuſchten; ſie gerieth endlich ſo außer ſich, daß die Schweſter beſorgt wurde, eine längere Weigerung könne ihr den Tod bringen.
„Gut denn,“ ſprach ſie,„ich will mit Dir hinüber⸗ gehen, dann aber verſprich mir auch, daß Du ruhig ſein willſt. Aber Du wirſt zu ſchwach ſein, Du kannſt Dich nicht aufrecht erhalten!“
„Zu ſchwach?— Und müßte ich ihn durch ganz Paris aufſuchen, ich fühle die Kraft dazu!“
Sie ſprang vom Lager auf; ihre Wangen glühten; kaum duldete ſie es, daß Marie ihr einen Mantel beſorg⸗ lich umwarf. Mit haſtigen Schritten eilte ſie hinaus, ſo daß die Schweſter Mühe hatte, ihr zu folgen, ſie zu ſtützen.— Beide eilten den Corridor hinunter; als ſie die Thür von Lormeuil's Zimmer faſt erreicht hatten, fiel es Marien ſelbſt auf, daß dieſelbe offenſtand. Eine Ah⸗ nung, als könne Louiſon dennoch recht haben, bemäch⸗ tigte ſich in dieſem Augenblick ihrer Seele. Aber ſchon hatten ſie das Gemach erreicht, Louiſon öffnete die Thür vollends und— ſie ſtanden vor Lormeuil's, nur mit einem weißen Tuch halb bedeckter Leiche. Mit einem Schrei des


