Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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„Louiſon,“ ſprach Marie ſanft,„welche entſetzliche Bilder. Nein—“

„Nein, nein! Sag ich Dir ſelbſt! Er iſt todt. Aus Barmherzigkeit geſtehe mir's, daß die Angſt mich nicht vernichte. Wir ſind einmal raſende Sterbliche, die Hoff⸗ nung klammert ſich an das Herz, auch wenn wir ſie von uns ſtoßen, wenn die ſchaudervolle Wahrheit gräßlich, un⸗ läugbar vor unſern Augen ſteht. Schweſter, ſelbſt an ſei⸗ ner Gruft, an ſeiner entſeelten Hülle könnte ich die Hoff⸗ nung nicht ganz erſticken, ſo hoffnungslos ich bin! Sie regt ſich noch, wie das Leben eines Zerſchmetterten, gegen ſeinen Willen. Marie! Es iſt das einzige Glück, das ich noch kenne, ganz, ganz ohne Hoffnung zu ſein. Erſticke den letzten Funken, ich flehe Dich auf meinen Knien darum an!“

Hier machte ſie eine heftige Bewegung, als wollte ſie vom Lager aufſpringen und ſich der Schweſter zu Füßen werfen. Dieſe hielt ſie in ſanfter, zärtlicher Umarmung zurück.

„Bei dem gnädigen Gott, Louiſon, ich ſage Dir, was ich weiß,“ rief Marie,„und ich weiß nichts Anderes, als ich Dir ſage.“

„Verwundet? Und wo? Ich will zu ihm. Bewacht man ihn in ſeinem Zimmer? O laß mich hinüber.“

„Er iſt nicht dort, meine Schweſter. Gewiß nicht.“

„Aber wo iſt er denn?“

„Bei Gott, ich weiß es nicht, Louiſon!“

„Ach, Marie, Du biſt grauſam gegen mich! Ich weiß, er iſt auf ſeinem Zimmer. Seine Leiche hat man dorthin gebracht, aber Ihr wollt mirs verſchweigen. Glaubſt Du denn, ich hätte nicht gehört, als ich ſchlummerte? Da trug