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delt, wird Eure Seele das Glück ernſter betrachten und ge⸗ nießen und ſeiner ſeligen Gaben würdiger ſein.“
Wunderbar getröſtet wandte ſie ſich um und blickte in das Gemach zurück. Da ſaß Louiſon aufrecht auf ihrem Lager, blickte ſie mit matten, aber freundlichen Augen an und ſprach ſanft:
„Schweſter! Du haſt bei mir gewacht?“
„Louiſon,“ rief Marie,„lebſt Du, iſt Dir beſſer?“
„Um Vieles!— Ach, ich hatte einen ſchweren, ſchreck⸗ lichen und doch ſchönen Traum.— Oder nein, es war nicht ein Traum, wie Ihr es nennt, aber einer wie das ganze Leben ſich hinträumt.— Ich weiß recht gut, was ich gethan habe, aber nicht, wie ich hieher zurückkomme.“
Plötzlich ſah die Kranke mit ſtarrem Blicke umher. „Ja,“ rief ſie,„nun weiß ich's! O Gott, wo iſt Lormeuil! Iſt er todt, haben ſie ihn gemordet? Schweſter, habe Erbar⸗ men mit mir— ſage mir Alles, Alles!“ Bei dieſen Worten ſchlang ſie die Arme heftig um den Hals der liebreich über ſie gebeugten Marie, küßte ſie, weinte, bat— allein ſo heftig, ſo ſtürmiſch, daß es unmöglich war, ihr zu ant⸗ worten.
„Sei ruhig, liebſte Louiſon, ſei ruhig. Du ſollſt Alles wiſſen, aber höre mich an! Lormeuil iſt verwundet, iſt gefangen—“
„Nein! Nein! Nein! Du kannſt mich nicht täuſchen! Er iſt todt! Ich weiß, er iſt todt!— Verwundet? das ſagſt Du jetzt, und dann ſchwer verwundet, dann ohne Hoffnung— ich weiß es— dieſe langſame Marter nennt Ihr ſchonen, vorbereiten. Das iſt Alles vergeblich! Wollt Ihr ein liebendes Herz täuſchen? Hinweg, hinweg! Ich ſehe ſeine Leiche vor mir— er iſt blutig verſtümmelt, ge⸗
mishandelt!— O mein Himmel!“ 4


