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So phantaſirte ſie in furchtbarer Aufregung ununter⸗ brochen fort. Marie ſaß an ihrem Bette und vergoß un⸗ endliche Thränen.— Der herbeigerufene Arzt erſchien.— Er fand die Kranke ſehr bedenklich. Um den Sturm der aufgeregten Natur einigermaßen zu ſtillen, verordnete er ihr Alles, was die Kunſt Beruhigendes und Kühlendes kennt.— Seinen fortgeſetzten Bemühungen gelang es end⸗ lich, ſie in einen tiefen Schlaf zu verſenken.— Jetzt ent⸗ fernte er ſich mit dem warnenden Gebot, den Schlummer ja nicht zu ſtören. Marie blieb in dem einſamen Gemach bei der Kranken und behütete und bewachte jede leiſe Be⸗ wegung derſelben.
Welch eine Nacht!
Draußen auf der Gaſſe ein dumpfes Getöſe, ein fort⸗ währendes Treiben und Drängen, wodurch das furchtbare Ausbrechen des Vulkans verkündet wurde, der jetzt die Erde unter den Füßen der Menſchen bang erzittern machte.
Im Gemach dagegen tiefe Einſamkeit und Todesſtille, ſo
daß man das Summen eines Inſekts hörte, das, durch den Schimmer des Lichts angelockt, aus der Nachtſchwüle ſich in das Zimmer verirrte.
Marie zählte den Sekundenſchlag der Uhr.— Die Nacht ſchien ihr unendlich lang.— Eugenie und Betty waren am Herde, Leontine und ihre Mutter mit der Nadel und den Anordnungen in den zur Aufnahme der Verwundeten einzurichtenden Gemächern beſchäftigt. Ihr blieb die ſchwe⸗ ſterliche Sorge um die Kranke. Nur von Zeit zu Zeit kam der Vater in das Gemach, fragte nach dem Befinden Louiſons und ſuchte Mariens bange Seele zu tröſten.
Doch vergeblich! Mit düſterer, unwiderſtehlicher Gewalt hatte die Ahnung eines ſchreckenvollen Ausgangs ſich ihrer bemächtigt. Für die Schweſter hoffte ſie nicht mehr.
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