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nöthi werden und Heliogabalus bedenkt, daß von auf⸗ gehäuften Schätzen mit Weibern zu leben doch angeneh⸗ mer ſei, als einen längeren Krieg zu führen. Deshalb be⸗ fiehlt er dem ſiegenden Cäſar, feig zu flüchten, und dieſer befiehlt es dem Heere. Das halbe Neich geht verloren, Schimpf bedeckt die unter Narben ergrauten Krieger; allein was thut's, Heliogabalus hat Muße zu ſchwelgen und der Soldat iſt dem Eide getreu, iſt gehorſam geweſen.“
„Ich habe Sie ausſprechen laſſen, ſo völlig falſch Ihre Argumente ſind. Mit wenigen Worten will ich Sie nach Ihren Grundſätzen auf dieſelben Unmöglichkeiten führen. Epaminondas iſt Feldherr der Thebaner; er will die Schlacht, ſie rettet das Vaterland. Doch jeder einzelne Soldat klü⸗ gelt und dünkt ſich weiſer als der Feldherr;„„heute nicht, heute regnet es,““ ſagt er, oder„„unſere Stellung iſt un⸗ günſtig.““— Der Staat iſt verloren!“— Der Haupt⸗ mann lächelte bitter nach dieſen Worten.
Adolph wurde ſehr ernſt.„Nein, Herr von Lormeuil,“ ſprach er nach einigen Augenblicken des Schweigens,„Sie haben mich durch Ihren Scheinbeweis nicht geſchlagen. Ich habe erklärt, den beſtehenden Geſetzen, dem Feldherrn, dem Monarchen, ſo weit er ſelbſt dieſen gehorcht, Gehorſam zu leiſten. Ich erkläre meinen guten Willen, dies zu thun, ſo lange ich nicht die Ueberzeugung vom Gegentheil habe. Ich nehme zur Baſis meines Handelns den guten Willen, die Vernunft; Sie erklären ſelbſt, daß Sie Ihr Urtheil unbedingt, merken Sie wohl, unbedingt gefangen neh⸗ men. Das iſt gut in allen Dingen, wo der Verſtand ent⸗ ſcheidet; aber nicht da, wo das höhere Geſetz der Pflichten eintritt. Da entſcheidet die Nothwendigkeit das Rechte. Es gibt Fälle, wo ich vor der Wahrheit nicht flüchten kann, wo ich ihr gehorchen, ihr als Duftr fallen muß.


