Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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ben, lieber Freund, eigenmächtig zu entſcheiden, wann und wie der König die Erfüllung Ihres Eides fordern dürfte?“

„Ich glaube nur, niemals die Verpflichtung zu haben, gegen die Geſetze, gegen die Rechte meiner Mitbürger als gewaltſames Zerſtörungsmittel zu dienen.“

„Die Verantwortlichkeit dafür iſt nicht die Ihrige, ſon⸗ dern die des Königs; wol aber ſind Sie zur Rechenſchaft zu ziehen, wenn Sie Ihre beſondern Pflichten, zu denen Sie ſich durch einen heiligen Eid verbunden haben, ver⸗

letzen.“

„Es gibt ältere, frühere, heiligere Pflichten, zu denen ich nicht minder verbunden bin. Kein Eid könnte mich zwingen, gegen meine Mitbürger die Waffen zu ziehen, um

dieſe ihrer Rechte zu berauben.“

„Wie aber, wenn Ihre Mitbürger die Rechte des Kö⸗ nigs antaſten; ſind Sie alsdann nicht durch Ihr Gewiſſen gezwungen, ihn zu vertheidigen?“

„Gewiß. Allein der Fall, welcher unſer Geſpräch her⸗ beiführte, iſt der umgekehrte.

„Das eben beſtreite ich; die Deputirten haben zuerſt die Rechte des Königs gekränkt.“

„ Sie haben nur ihre Pflicht erfüllt und ihm aus wahr⸗ hafter Ueberzeugung den Eindruck, die Stimmung der Ge⸗ müther enthüllt, welche die Ernennung des Miniſteriums er⸗ zeugt hat. Sie haben den König nicht einmal getadelt, das Recht, ſeine Miniſter zu wählen, in keiner Art bezwei⸗ felt. Allein wie die königliche Botſchaft an die Kammer die Beſtimmung hat, ein treues Bild von dem Zuſtande des Landes, von den Wünſchen und Hoffnungen der Re⸗ gierung zu geben, ſo hat die Antwort darauf natürlich den Zweck, die Richtigkeit der Umriſſe zu prüfen und auf die Irrthümer derſelben hinzudeuten. Daß dadurch der Eigen⸗