Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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würdevollen, aber ſo entſchiedenen Tone, daß man nicht zweifeln konnte, er habe dieſe Anſichten nach reiflicher Ueber⸗ legung gefaßt und die Wurzel derſelben dringe in die in⸗ nerſte Tiefe ſeines Daſeins ein und umklammere ihn mit unerſchütterlicher Feſtigkeit.

Adolph konnte einige Erbitterung über ein ſo blindes, unfreies Denken, über ein ſolches Verkaufen aller eigenen Entſcheidungsrechte in den höchſten Angelegenheiten des Menſchen kaum bezwingen. Da er jedoch dazu das männ⸗ liche, redliche Antlitz Lormeuil's ſah, auf deſſen Stirn ſo⸗ gar eine düſtere Wolke der Schwermuth ſich gelagert hatte, die wol ahnen ließ, er wiſſe, welches Opfer er vielleicht der Pflicht bringe, ſo wurde er gerührt über deſſen Ver⸗ blendung, etwa wie beim Anblick einer unfreien, düſtern Frömmigkeit, die das höchſte Geſchenk der Gottheit, das des ſelbſtbewußten, denkenden Geiſtes verkennt, in dieſem irrenden Gefühl aber Alles opfert und mit Selbſtverleug⸗ nung hingibt, wodurch der Menſch ſich beglückt und erhei⸗ tert fühlt. Er nahm ſich daher feſt vor, ohne kränkende Beimiſchung auch ſein Glaubensbekenntniß abzulegen.

„Ich bin ein Bürger Frankreichs,“ ſprach er;„Gehor⸗ ſam gegen die Geſetze meines Vaterlandes, warme, vereh⸗. rende Anhänglichkeit für die Verfaſſung, welche die edelſten Rechte der Menſchen in Schutz gegen die Willkür nimmt, ſind die Gefühle, die ich zuerſt eingeſogen habe. Jeder muß ſeinem Vaterlande nach beſten Kräften nützlich zu ſein ſtreben; dies iſt eine Verpflichtung, von der ihn, ſo ſcheint es mir, keine äußerlich glückliche Lage losſpricht. Man tritt nicht in den Dienſt des Staates, um dadurch den äußern Unterhalt zu gewinnen, ſondern um ſich des Antheils am Schutz der Geſetze würdig zu machen. Ich glaubte — vielleicht hat mich jugendlicher Sinn und der Ruhm