Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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das Vertrauen faſſen, daß wir Dasjenige wollen, was nach unſerer Ueberzeugung das Rechte, was das Beſte iſt. Füllen Sie Ihre Gläſer! Laſſen Sie uns anſtoßen und den erſten Trunk der Aufrichtigkeit und dem Wohlwollen des Herzens bringen!“

Alle Drei ergriffen die Gläſer, der Hauptmann mit freundlichem Ernſt.

Deſormery blickte ſeine beiden Gäſte an und ſchien zu erwarten, daß ſie ſich erklären ſollten; Adolph ſchwieg, um Lormeuil, als dem Aelteren, das Wort zu laſſen. Dieſer nahm es endlich in der Weiſe einer Abbitte und ſchien ſo den erſten Schritt zur Annäherung zu thun.

„Wenn ich geſtern in der Heftigkeit des Geſprächs Ihnen mit irgend einem Wort zu viel gethan habe, ſo bitte ich Sie herzlich um Vergebung; ich hatte und habe ſtets nur die Vertheidigung meiner Sache d dabei im Geſicht, vergeſſe aber ganz die Perſon.“

„Ich habe Ihnen nicht zu vergeben,“ entgegnete Adolph, „ich habe nur zu wünſchen, daß wir über manche Dinge einer ähnlicheren Anſicht werden möchten. Indeß, mir däucht, ich finde Ihre Entſchuldigung leicht. Sie ſind kein Bürger Frankreichs, es kann Ihnen daher unmöglich jenes lebendige Gefühl für die Heiligkeit der Landesverfaſſung innewohnen, welches mich beſeelt.“

„Und Sie, lieber Freund,“ erwiderte der Hauptmann mit entgegenkommendem Wohlgefallen,„Sie ſind vielleicht zu ſehr, durch zwar allgemein verbreitete, aber doch nicht allgemein begründete Anſichten der Zeit geleitet, deren glän⸗ zende Außenſeite uns oft von einer näheren Prüfung der⸗ ſelben abhält, um ſo lebendig wie ich, das Recht, welches auf meiner Seite wohnt, zu empfinden. Namentlich ſcheint

es mir, als könnten Sie unmöglich die Natur ihres Stan⸗ 3**