Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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„Alſo werden die Zweihunderteinundzwanzig dennoch triumphiren?“

„Es ſcheint ſo.“

„Herrlich!“ rief Adolph raſch aus.„Frankreich zeigt ſich ſeiner würdig! So lange ein ſolcher Geiſt unſere Bür⸗ ger belebt, haben wir weder den Irrthum des Königs, noch den böſen Willen ſeiner heimlichen Rathgeber zu fürchten.“

Der Hauptmann ſchwieg und maß Adolph mit einem ernſten Blick. Dieſer, nicht gewohnt, ſeine freie Geſinnung dem Tadel eines Andern unterworfen zu ſehen, am wenig⸗ ſten aber geſtimmt, von einem Fremden, der ſich nach der Anſicht der Franzoſen der Tyrannei verhandelt hatte, einen Vorwurf deshalb zu ertragen, blickte den Hauptmann gleich⸗ falls unbeweglich an, in der Erwartung, daß derſelbe ſei⸗ nem Mienenſpiel Worte geben werde. Deſormery, dem ein Zwiſt, und namentlich über dieſen Gegenſtand, ſehr unwill⸗ kommen geweſen wäre, ſuchte dem Ausbruch deſſelben vor⸗ zubeugen.„Wir wollen die Spaltungen, welche ſich leider im öffentlichen Leben finden und uns in unſern allerſeitigen Geſchäften ſo manche Sorge bereiten, nicht auch in das Innere eines traulichen Familienkreiſes dringen laſſe. Das Schickſal Frankreichs werde nur auf der Tribune, Ca⸗ binet, in den Journalen erwogenz in freundſchaftli her Ver⸗ ſammlung unter gemeinſamem Dache laſſe man den Zwie⸗ ſpalt öffentlicher Meinungen ruhen. Sie ſind Beide Sol⸗ daten, meine Herren, Sie werden wiſſen, wie oft es ja ſelbſt im Kriege vorgekommen iſt, daß nach erbitterter, ent⸗ ſchiedener Schlacht ſich Freund und Feind kameradſchaftlich vn einem und demſelben Feuer gewärmt haben. Nur im Ganzen, in den Maſſen ſei der Krieg, die Feindſchaft ge⸗ ſtattet; der Einzelne gehorche dem milden Geſetz der Sitt⸗ 3 lichkeit, oder, wenn man will, auch nur der Geſelligkeit.