Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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leicht für und gegen. Indeſſen waren Beide in den Grund⸗ ſätzen ſtrenger Sitte und Ehre erzogen und vereinigten ſich⸗ in herzlicher Liebe für ihren Vater. Daß dieſer nach dem Charakter ſeiner Töchter eine größere Neigung zu Marien hatte, war natürlich; allein er begünſtigte, aus Furcht, un⸗ gerecht zu ſein und Louiſon zu kränken, dieſe faſt mehr als Marien.

Deſormery führte ſeine Gäſte mit einer Entſchuldigung ein, daß er ſie nicht ganz bei ſich aufnehmen könne.„Frü⸗ her,“ ſprach er,„war meine Wohnung völlig dazu ein⸗ gerichtet, Freunde aufzunehmen; doch ſeit einem halben Jahre habe ich mich überreden laſſen, einige Zimmer abzu⸗ treten, was mir in mancher Hinſicht leid thut““ Er warf dabei einen Blick auf Louiſon, die erröthend und zugleich ein wenig verdrießlich vor ſich niederſah.„Dies bekaubt mich des Vergnügens, meine Nichte und meine liebenswür⸗ dige Großnichte bei mir zu ſehen, verſchafft Ihnen jedoch vielleicht das Vergnügen und die Ehre, einen Offizier der Schweizergarde, Herrn Hauptmann von Lormeuil kennen zu lernen.“ Er ſprach dieſe letztern Worte in einem etwas ſatyriſchen Tone, hatte aber kaum die Lippe geſchloſſen, als ſchon der Diener eintrat und Herrn von Lormeuil an⸗ meldete.„Sagte ich's nicht?“ rief Deſormery,„ſehr will⸗ kommen!“

Der Capitain, ein Mann von etwa zweiunddreißig Jah⸗ ren, trat ein. Er hatte ein einnehmendes Aeußere und gefällige Sitten; mit Anſtand und Gewandtheit begrüßte er die Angekommenen und nahm hierauf ſeinen Platz neben Louiſon ein, der er große Aufmerkſamkeit widmete. Die Worte des Vaters waren dadurch ziemlich deutlich erklärt; es ſchien, er ſehe die Annäherungen des Hauptmannes an ſeine Tochter nicht gern. Der Grund war nicht aus dem