Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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ſo dachte ſie mit hHanger Beklommelcheit„Sollte das viel⸗ 3 leicht Benjamin Conſtant ſein?“ Oder zeigte ihr der, flüchtige Schimmer des Laternenlichts eine Geſtalt von hohem Wuchs, und Züge, in denen man den edeln Muth des Helden und des Bürgers erkannte, ſo pochte ihr Herz, denn es konnte ja Lafayette ſein!— Jener würdige, biedere, auf der Grenze zwiſchen dem Alter des Mannes und des Greiſes ſtehende Mann, der ſo geiſtvoll umherblickt, woährend er zutraulich ernſt mit ſeinem jüngern Begleiter ſpricht— wäre er Royer Collard? „So in ernſte Betrachtungen verſunken, meine Leon⸗ tine?“ fragte Adolph, indem er ihre Hand ergriff und ſie 4 mit warmer Herzlichkeit anblickte. Loeontine lächelte.„Ich dachte und träumte ſo man⸗ cherlei Thörichtes, lieber Freund. Du wirſt das Mädchen, das Dir ihre Gedanken geſteht, vielleicht lächelnd verſpot⸗ Feen. In meiner Vorſtellung ſchweben jetzt nur die Geſtal⸗ ten aller der großen Männer, die hier in der Hauptſtadt weiden und von hier aus das Geſchick des Vaterlandes, vielleicht Europas, abwägen und leiten. Wo ich nur einen 1 Greis einen alten Mann mit bedenung ollen Zügen, 4 I einen hejahrten Krieger raſch beim Schimmer des Lampen⸗ Nichts an dem Wagen vorübergleiten ſehe, bilde ich mir ein, irgend einen Helden der Rednerbühne oder des Schlachtfel⸗ ddes zu erkennen. 44 „Ich werde Dich gewiß nicht verſpotten, meine beſte Leontine,“ entgegnete Adolph;„ſprichſt Du doch ganz mein Gefühl aus, als ich zum Erſtenmal dieſe Hauptſtadt betrat. Jeden, der mir begegnete und mir als ein Mann von geiſtvoller Bildung erſchien, verglich ich mit dem Bilde, das ich mir von irgend einem berühmten Mitbürger innerlich entworfen hatte, und in Jedem überredete ich mich einen