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thig wirken; denn er regt die Seele des tieferen Menſchen zu wirklich großen Gedanken, Empfindungen und Ent⸗ ſchlüſſen an. 3
Aehnlich erging es Leontinen, als ſie an der Seite ih⸗ rer Mutter durch die Straßen der ungeheuern, volkdurch⸗ brauſten Stadt dahinrollte. Da ihre edle, nach bedeuten⸗ den Erſcheinungen des Lebens hinſtrebende Seele durch Alles, was ſie um ſich her ſah, ſo plötzlich angeregt, geho⸗ ben und doch wieder demüthigend herabgedrückt wurde, wie groß mußten ihr alle Diejenigen erſcheinen, die täglich die⸗ ſes vielbewegte Lebensbild in ſich aufnahmen und ſich da⸗ ran veredelt und geſtärkt hatten!
Das Gedächtniß des aufblühenden Mädchens war voll großer Namen; denn die Geſchichte ihres Vaterlandes, ſowie das tägliche Fortbauen derſelben in der lebendigen Gegen⸗ wart, zog auch die Jungfrau mächtig an. Sie las mit Eifer die Blätter des Tages. Sie fühlte, daß dort der Kampfplatz war, wo der Geiſt für das Geſchick Frank⸗ reichs und ſeiner Bewohner die leuchtenden Waffen führte. Der langjährige Friede hatte die Bilder der Helden, die auf den Schlachtfeldern ihr Denkmal des Ruhms erbaut hatten, aus der nächſten Vorſtellung zurückgedrängt. Aber die täglich durch ganz Frankreich widerhallenden Namen jener großen Helden der Rednerbühne, die mit den Waffen des Gedankens für den Gedanken fochten, klangen auch in ihrer weiblichen, aber feurigen Seele wider. Mit ihnen beſchäftigt, blickte ſie in das ſich an ihr vorbeidrängende und treibende Gewühl der Menſchen hinaus. Sah ſie im flüch⸗ tigen Schein der glänzend erleuchteten Spiegelſcheiben eines reichen Kaufgewölbes einen Greis mit gebleichtem Haar, von kleiner Geſtalt vorübergehen, aus deſſen hellen Augen und ſprechenden Zügen aber der Geiſt ſie lebhaft anſchaute,


