Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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großes Leben im Ganzen ſich bewegen ſieht, glaubt man auch, in der Bruſt jedes Einzelnen müſſe der Geiſt ſich größer geſtalten und heben. Mit einer gewiſſen Aengſtlich⸗ keit, ja mit Demuth, betrachtet Der, welcher aus der entle⸗ genen Provinz kommt, den Bewohner der Hauptſtadt und erſcheint ſich gegen ihn gering, nur weil Jener mit einer Menge von Eindrücken vertraut iſt, welche Dieſen noch überraſchen. Erſt ein gewiſſer Zeitraum vermag es, den Schleier zu heben und uns den leeren Raum zu zeigen, der ſich meiſt hinter dem Schein verbirgt. Es ergeht uns dann wie Denjenigen, die zuerſt in die Geſellſchaft der ſo⸗ genannten Großen dieſer Erde treten. Weil alle äußerli⸗ chen Sitten derſelben geſchliffen ſind, weil ſich Alles in zierliche Formen geſtaltet und der Geiſt mit einer gewiſſen Sicherheit und Gewandtheit ſich an dem Bedeutendſten eben ſo ohne Erſtaunen hin bewegt, wie er über die Klei⸗ nigkeiten des Lebens ſich ſorglos verbreitet, deshalb glaubt der Neuling nur zu leicht, das Bedeutende ſei gering ge⸗ gen die reiche Kraft und das vielfache Umfaſſen des Gei⸗ ſtes auf den Gipfeln des Lebens ſtehender Menſchen. Allein wie ſchnell wird er erkennen, daß das Große von Jenen nur deshalb ſo leicht und gewiſſermaßen unbefangen aufgefaßt wird, weil der Spiegel ihrer kleinen Seele nur den geringſten Theil davon zurückwirft; daß ſie über keine Höhe erſtaunen, vor keiner Tiefe ſchwindeln, weil ihr blödes Auge gar kein Maß dafür ahnet und der Flug der Fle⸗ dermaus und des Adlers ihnen, wie dem Maulwurf in der Fabel, gleich unermeßlich hoch, oder gleich geringfügig er⸗ ſcheint, indem ſie beide nur noch bis zu der Höhe gemei⸗ ner Bäume mit dem Auge verfolgen können.

Auf jeden Menſchen muß aber eine Zeit lang dieſer Schein der Größe, der Erhabenheit wirken und wohlthä⸗