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da hatte ihr trauriges Geſchick mit furchtbarer Strenge Alles zerriſſen, was ſie an die Welt und an das Leben feſſelte.— Dich werden ſie Alle vergeſſen haben, dachte ſie, aber du haſt Niemand vergeſſen! Du biſt eine längſt dem Gedächtniß entſchwundene Todte; über die Gruft der Erinnerung an dich ſind längſt Blumen der Freude ge⸗ wachſen. Sie haben dich vor langen Jahren vielleicht be— weint und bedauert, jetzt aber denkt deiner Niemand mehr! Dein Bild iſt aus ihrem Herzen verwiſcht; es gleicht einer verwitterten Grabſchrift. Man weiß, es ruht ein Todter dort unten, aber Niemand kennt ihn mehr. Du biſt Kei⸗ nem zu ſeinem Glücke nöthig, vielleicht nicht einmal den alten Aeltern— wenn ſie noch leben. Alles hat ſich von dir entwöhnt, doch du kehrſt wieder mit demſelben Her⸗ zen wie damals, du weißt, was du verlaſſen haſt und findeſt Alles verändert oder todt! Wer weiß, ob du nicht Vielen als eine Fremde gar läſtig ſein wirſt, wer weiß, ob die Genoſſen deiner Jugend dich nicht jetzt zurückweiſen, wenn du an die Pforte ihres Herzens klopfſt!
Solche Gedanken bewegten Betty's Bruſt. Sie ſtand bekümmert mit weinenden Augen und blickte hinaus in das Meer. Eungenie ſchien ſie zu errathen.„O meine theure Mutter!“ rief ſie,„dieſes Land dort darf uns nicht trennen, Du darfſt Deine Tochter nicht verlaſſen! Lieber möchte ich niemals in die unbekannte Heimat zurückkehren, als daß ich Dich verlaſſen ſollte!“
Betty ſchloß das liebende Kind, an dem ihre ganze Seele hing, heftig an die Bruſt. Beide weinten; ob Thrä⸗ nen der Freude oder des Schmerzes, wer möchte es be⸗ ſtimmen?
Doch in Betty's Bruſt wurden die Ahnungen und Gefühle nicht heitrer. Auf ihrer Stirn ſchwebte eine trübe


