Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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die Aufſchrift ſah, überflog das Roth der Freude und Ueberraſchung ſein Antlitz. 3

Ja, ich täuſche mich nicht! rief er aus,es iſt Adolphs, meines Bruders Handſchrift! O Gott, ſo iſt er denn ge⸗ rettet! Es kann nicht anders ſein! Jetzt muß ich den Brief öffnen!

Haſtig riß er den Umſchlag herunter und durchflog das Papier, während er vor Freude bebte!

Gütiger Vater im Himmel! Dank! Dank dir, für deine wunderbaren Fügungen. St. Clair! Mein Bruder iſt gerettet! Höre, was er ſchreibt!

Theurer Eduard! Obgleich erſt geſtern Briefe an Dich abgegangen ſind, ſo muß ich Dir dennoch gleich ſchreiben, um Dich über ſo Manches zu beruhigen! Daß wir Schiffbruch gelitten, weißt Du. Die Mannſchaft wurde gerettet. Aber von den Beduinen ſind verrätheriſcher Weiſe Viele gemordet worden. Ich ſelbſt rettete mich auf die wun⸗ derbarſte Weiſe. Viele Tage irrte ich mit einigen wackern Gefährten umher. Ich verlor ſie alle, auch unſern treuen Jean! Victor hielt einen Augenblick inne, ſchüttelte ſchmerzlich lächeSlnd das Haupt und ſprach leiſe:Fahr' wohl!Es war eine traurige Zeit. Endlich erreichte ich die Küſte, fand einen Nachen, gewann damit das Dampfſchiff Sphinx, welches ſo eben die Nachricht von der Landung des Heeres in Afrika nach Frankreich brachte, und gelangte ſo nach Toulon. Leontine lag bald in mei⸗ nen Armen! Die Unglückliche hatte mich für todt gehalten Und jetzt ſind wir ſo glücklich, ſo ſelig! Nur Eins beun⸗ ruhigt mich noch. Victor lebt zwar, aber er iſt verwun⸗ det und weilt unter den wilden Horden der Beduinen. Wer dieſes verrätheriſche Volk kennen gelernt hat, weiß, daß dort trotz aller Schwüre und Bürgſchaften keine Sicher⸗

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