heit zu finden iſt. Wenn Du es möglich machen kannſt, ihn zu erlöſen, ihn zu befreundeten Landsleuten zu brin⸗ gen, ſo beſchwöre ich Dich, thue es ja, mein Bruder! Du weißt, wie unſer Aller Herz an ihm hängt;— aber nicht das Deinige auch? Ich brauche Dich nur zu benachrichti⸗ gen, nicht anzutreiben.“““
„O Du guter, lieber Bruder!“ rief Victor aus.„Wüß⸗ teſt Du, wie nahe wir einander waren in jener Höhle!“
„„Dieſen Abend reiſe ich mit der Mutter und Leonti⸗ nen nach Paris. Ich bin in Dienſtgeſchäften dorthin ver⸗ ſetzt, die Mutter hat Vermögensangelegenheiten mit Deinem Oheim Deſormery dort zu ordnen. Schreibe uns alſo gleich nach Paris, lieber Bruder!““
Victor wollte den Brief ſchon wieder zuſammenlegen, als er einen Blick auf den Rand deſſelben warf und rief:
„Hier ſind noch Zeilen von Leontinen!“
„„Theurer Bruder! Einige Worte muß Deine über⸗ glückliche Schweſter Dir doch auch ſchreiben, obwol die Reiſe ihr nur wenige Augenblicke gönnt. O Gott, welche Wunder hat mein Herz erlebt, welche Wechſel der tiefſten Schmerzen und des höchſten Entzückens!— Die arme Tony iſt todt! O Bruder, ſie hatte ein Herz und eine Seele ſo warm, ſo rein, ſo liebend!— Bald ſage ich Dir mehr. Die Mutter grüßt Dich tauſendmal.““
„Gibt es glücklichere Menſchen als wir ſind?“ r Victor von Freude bewegt aus;„mir wird faſt bang bei all dem Guten, das uns erblüht!“
„Du haſt nicht ganz unrecht,“ entgegnete St. Clair; „bei ſehr ſchönem Wetter muß man auf einen Umſchlag gefaßt ſein. Indeſſen geht man ja auch im ſchlimmſten Sturme noch nicht immer zu Grunde. Alſo muthig vor⸗ wärts!— Nun auch zu meinem Abſchiede. Heut Abend
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