„So iſt es doch europäiſcher Boden, wo Geſetz und hei⸗ lige Sitte herrſchen, wo es keine Sklaven gibt!“ „Wenigſtens tragen nur die Verbrecher Ketten,“ erwi⸗ dert Durocher.„ Der Oberſt blickte wehmüthig hinaus in das Meer, nach dem blauen Wölkchen hin; dann wandte er ſich zurück nach Afrika.„Glauben Sie wol,“ ſprach er,„daß ich 4 3 dennoch mit einiger Rührung von dem Lande ſcheide, wo 3 ich ſo lange ein unausſprechlich ſchweres Schickſal ertrug?“ „Fröhlich, freudig vorwärts!“ rief der Capitain.„Dort⸗ 3 hin blicken Sie, Oberſt. Laſſen Sie das Vergangene ver⸗ gangen ſein. Jetzt beginnt ein neues Leben!“ Und ein friſcher Windſtoß blähte die Segel der Bellona, daß ſie rauſchend vorwärts ſchoß.
Funkzehntes Capitel.
Eugenie, Betty und Victor hatten auf der Daphne die glücklichſte Ueberfahrt nach Mahon gehabt. Das reizende Eiland ſtieg ſchon am nächſten Vormittage über der hellen, ſilbernen Flut dunkelblau empor und mit dem Strahle der ſinkenden Sonne warf die Fregatte auf der Rhede ihre Anker aus.— Victor hatte ſich auf der Reiſe ſo wohl be⸗
funden, war ſo ſichtlich zu Kräften gekommen, daß man ihn faſt als einen völlig Hergeſtellten betrachten konnte. Da man auf Minorka neun Tage Quarantaine halten mußte, um in Toulon ungehindert ans Land ſteigen zu können, ſo kam dieſe Zeit ihm auf das beſte zu ſtatten, um vollends zu


