einige Tage liegen ſollen. Noch ſcheint mir Alles ein Traum. Vor drei Tagen trug ich noch das Sklavengewand zu Belida und übermorgen lhon ſoll ich Frankreichs Erde wiederſehen!“
„Sie vergeſſen die Quarantaine, lieber Oberſt; zu Ma⸗ hon bleiben wir neun Tage. Sonſt müßten wir einund⸗ zwanzig Tage vor Toulon liegen. Ich habe außer Ihnen noch mehr Leute an Bord, die ans Land wollen und müſſen.“
„Und was iſt eigentlich Ihre Miſſion, Capitain?“
„Ich bilde den Convoi für zwei Transportſchiffe mit Verwundeten, Kranken und Geſchützen, die wir zurück⸗ ſenden. Die Verwundeten bleiben in dem Lazareth von Mahon.“
Der Wind hielt ſich friſch, die Bellona durchſchnitt die Wellen mit raſchem Kiel.
Bei Tagesanbruch hatte man faſt ſchon die Hälfte des Weges zurückgelegt.
Als der Oberſt in ſeiner Hangematte erwachte, ſtand die Sonne ſchon ziemlich hoch. Er ging auf das Deck, wo er den Capitain traf.
„Guten Morgen!“ rief ihm dieſer zu.„Hat die Bel⸗ lona Sie gut in Schlaf gewiegt?“
„Vortrefflich. Und unſere Fahrt?“—
„Iſt ſo glücklich geblieben, wie ſie begonnen hatte. Wenn Sie's nicht weiter ſagen wollen, denn Sie wiſſen, daß der Capitain den Paſſagieren dergleichen niemals vertraut, ſo will ich Ihnen nur geſtehen, daß ich ſchon Land ſehe.
„Wirklich, Land? Wo?“ fragte der Oberſt ſehr bewegt.
„Gerade vor uns im Norden, jenes kleine, dämmernde Wölkchen. Aber noch iſt es nicht Frankreichs Boden, ſon⸗ dern nur ein Vorgebirge von Mahon.“


