Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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Höchſtens mein Leben, Oberſt Clermont, wahrſchein⸗ lich aber nur meinen Grad als Capitainz verlieren aber würde ich meine Ehre, wenn ich einem Manne, wie Sie ſind, nicht mit allen Kräften Beiſtand leiſtete, um ſein un⸗ glückliches Schickſal ändern zu helfen.

O daß alle Franzoſen gleich Ihnen dächten! Vieles wäre dann anders! Frankreich iſt nicht glücklich!

Laſſen wir das jetzt, lieber Oberſt, beſchäftigen wir uns mit Ihrem Schickſal. In der That, ich kann an eine ſo rohe, grauſame Geſinnung, die durch Ihr Schickſal nicht gerührt würde, gar nicht glauben, kann mir nicht vorſtellen, daß es einen Haß gäbe, der nicht bezwungen da⸗ ſtände vor Ihrem funfzehnjährigen Dulden. Und wären Sie wirklich ſo ſchuldig, wie ein blutiges Geſetz Sie ſpricht, Ihr Geſchick hätte Alles ausgeſöhnt und kein Richter der Erde dürfte Sie noch vor ſeine Schranken fordern. Darum hoffen Sie das Beſte. Man wird den blutigen Befehl, der über Ihrem Haupte ſchwebt, vernichten; Sie werden wieder ein glücklicher Bürger Frankreichs ſein.

Ein glücklicher Bürger Frankreichs? Auch wenn ich erkläre, daß ich noch ganz derſelbe bin? Daß ich heut nicht anders denke, als vor funfzehn Jahren? Nein, Capi⸗ tain, ſo entwürdigt hat mich mein hartes Schickſal noch nicht, daß ich den einzigen Troſt, der mir blieb, als ich Sklavenketten trug, feig hätte ſelbſt zertrümmern ſollen, den Troſt, daß ich ein Opfer ehrenvoller, ruhmwürdiger, vaterländiſcher Geſinnungen war. Nehmen Sie mir dies Gefühl und ich bin vernichtet. Der Gewalt kann ich wei⸗

ichen, ohne Schande; ich kann aus Frankreich verbannt leben, kann ein machtloſer Feind ſein. Aber Gunſt und

Gnade von Dem erflehen, oder nur annehmen, dem ich keine Rechte über mich zugeſtehe Capitain, das darf