Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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Freund, unterbrach ihn der Oberſt;je näher ich's i. lege, deſto mehr ſcheint es meine Pflicht gegen Dich zu for⸗

dern, daß ich darauf beſtehe. Aber ſei ruhig, ich denke, wir ſehen uns vielleicht bald wieder. Dabei bot er dem traurig Daſtehenden die Hand. Dieſer ergriff ſie und drückte heftige Küſſe darauf; über ſein redliches, rauhes, gebräuntes Italiener⸗Antlitz floſſen die aufrichtigſten Thrä⸗ nen, die je ein Auge geweint hat.

Ich werde Dich niemals vergeſſen, ſprach der Oberſt aus tiefſter Bruſt.Du biſt mein treuer Freund geweſen, als ich in der äußerſten Noth war. Dein Herz iſt reines Gold, in ſiebenfachem Feuer geprüft! Was auch der Zufall für Unterſchiede zwiſchen uns geſtellt hat, die mächtige Hand eines Alles gleichmachenden Geſchicks hat ſie verwiſcht. Wir haben rein als Menſchen einander gegenüber geſtanden und Gefahr, Leid und Freude zuſammen getragen. Komm an mein Herz, wackerer Burſch! Du biſt, Du bleibſt mein Freund!

Giacomo ſchluchzte und weinte laut.

Wie heißeſt Du? Ich habe Dich bisher nur bei Dei⸗ nem Vornamen genannt?

O mein Oberſt, antwortete er unter Thränen,was ſeid Ihr für ein Mann! Giacomo iſt eigentlich gar nicht mein Name; ich habe ihn nur auf dem Schiff be⸗ kommen und aus langer Gewohnheit beibehalten. Ich trat mit einem Vetter zugleich in Dienſt; er hieß, wie ich, Francesco Natale. Da man uns wegen der gleichen Na⸗ mmen öfters verwechſelte, wurde ich Giacomo genannt und habe ſeit funfzehn Jahren keinen andern Namen gehört. Denn Ihr wißt ja, bei Matroſen macht man nicht viel umſtände mit dem Namen. Jeder bekommt einen Schiffs⸗ namen und hat er den eine Zeit lang nur von ſeinen

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