abnahmen und ſie den Andern zum Ueberhängen darreich⸗ ten, welche dieſelben erſt nach ihrer Körpergröße verlänger⸗ ten oder verkürzten.
„Wer iſt der Kranke?“ fragte der Oberſt, indem er mit pochendem Herzen näher trat.
„Ein Offizier vom achten Linien⸗ Regiment, we lcher einen ſtarken Hieb in die Stirn bekommen hat,“ antwortete ihm der Sergeant, der die Träger anführte.
Indem lüftete der Wind das Tuch ein wenig, mit welchem das Geſicht des Verwundeten leicht bedeckt war, um ihn vor dem läſtigen Schwarm der Uferinſekten zu
ſchützen. Es wurde ein bleiches, edles Antlitz ſichtbar; die
Stirn war mit einer von Blutstropfen gerötheten Binde bedeckt. Der Kranke hatte die Augen geſchloſſen. Aus ſeinen Zügen ſprach Etwas, das dem Oberſten das Herz mit heftigem Pochen bewegte.
„Wie heißt der Offizier!“ fragte er haſtig.
„Das weiß ich in der That nicht zu ſagen,“ entgegnete der Sergeant,„er iſt nicht von unſerm Regiment. Der Ober⸗Chirurgus hat ihn uns ſo eben erſt übergeben, um ihn in die Stadt zu bringen, wo bereits eine bequeme Woh⸗ nung für ihn in Bereitſchaft geſetzt iſt. Doch da kommt der Unter⸗Chirurgus, der ihn verbunden hat, er wird den
Namen vielleicht wiſſen.“—
Der junge Mann, welchen der Sergeant bezeichnete, kam eben heran, wußte aber auf die Frage des Oberſten auch nicht Auskunft zu geben.„Den Namen,“ ſprach er, „kann ich auch nicht ſagen, aber ſo viel darf ich Ihnen verſichern, daß der junge Mann einer der bravſten Offi⸗ ziere im ganzen Heere iſt. Er iſt geſtern, wie man mir erzählt, der Erſte in den feindlichen Batterien geweſen und


