Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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durch Euer Verweilen! Kehrt glücklich heim! Wohin. Ihr Euern Weg richtet

Seine Worte verhallten, denn ſchon waren die Abrei⸗ ſenden hinausgeſchritten, auf die Gaſſe, und verfolgten eilig ihren Weg nach dem Hafen. Giacomo lachte luſtig auf und ſprach;Gelt, mein Oberſt, der Jude würde Euch neun und neunzig Mal verfluchen, wenn er wüßte, was er mit Eurem Oberrock für ein Kleinod aus dem Hauſe gege⸗ ben hat! Nun, der gute Engel ſei gelobt, der funfzehn Jahre lang bei Euerm Eigenthum Schildwacht geſtanden hat! Aber wahrlich, obgleich der Jude uns nützlich geweſen iſt, freilich nicht aus gutem Willen, ſondern nur aus Angſt und Eigennutz, ſo möchte ich ihm doch den Aerger gönnen, daß er erführe, was er für einen Handel gemacht hat.

Unter dieſen Worten hatten ſie ſchon den nahen Quai erreicht und der Oberſt warf ſeine Blicke nach einer Barke umher, die ihn nach dem unweit des Molo vor Anker liegenden Admiralſchiff hinüberführen könnte. Während er ſich umſah, erblickte er von weitem einen Trupp Men⸗ ſcher, der eine Anzahl ſranzöſiſcher Soldaten begleitete, die langſam den Quai heraufkamen. Ein dunkles Gefühl, als habe auch er einen nahen Antheil an Dem, was die neu⸗ gierige Menge zu beſchäftigen ſchien, oder vielleicht der Wunſch, die erſten Landsleute wieder in der Nähe zu ſehen, bewog den Oberſten, das Herankommen des Zuges abzu⸗ warten. Bald gewahrte er, daß die Soldaten etwas tru⸗ gen; von einem ſeltſamen Gefühl des lebhafteſten Antheils angezogen, ſchritt er näher und näher, den Kommenden entgegen. Jetzt erkannte er, daß es ein Verwundeter war, den man auf einer Bahre langſam herbeitrug. Die Trä⸗ ger ſetzten dieſelbe nieder, um zu wechſeln. Dies erregte einen kleinen Aufenthalt, indem die Einen die Traghülfen

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